Nahrungsergänzungsmittel von A-Z: Alles mit M


Magnesium

Abkürzung: Mg

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, den der Körper aus der Nahrung bezieht. Er wird für das Speichern und Freisetzen von Hormonen und anderen Signalstoffen benötigt. So ist Magnesium an jeder Muskelbewegung beteiligt – und außerdem bei verschiedenen anderen Stoffwechselvorgängen.

Vorkommen

Viele Lebensmittel enthalten Magnesium. Besonders reichhaltige Quellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Auch in Fisch, Fleisch, Gemüse, Milchprodukten und Trinkwasser steckt der Mineralstoff, allerdings in geringerer Menge.

  • Mandeln: 252 Milligramm/100 Gramm
  • Erdnüsse: 167 Milligramm/100 Gramm
  • Vollkornbrot: 150 Milligramm/100 Gramm
  • Haferflocken: 139 Milligramm/100 Gramm
  • Bohnen: 132 Milligramm/100 Gramm
  • Linsen: 86 Milligramm/100 Gramm

Der Körper kann Magnesium aus tierischen Produkten, wie Milch und Fleisch, besser verwerten als Magnesium aus pflanzlichen Lebensmitteln.

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Treten bei Schwangeren vorzeitige Wehen oder Wadenkrämpfe auf, kann dies durch einen Magnesiummangel verursacht sein. Der Arzt entscheidet dann, ob eine zusätzliche Zufuhr des Mineralstoffs nötig ist. Ansonsten benötigen Schwangere täglich etwa nur 10 Milligramm mehr an Magnesium als andere Erwachsene. Dies kann leicht mit der Nahrung abgedeckt werden - beispielsweise über Mandeln.

Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Magnesiumzufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene: 300-400 Milligramm/Tag
  • Kinder (10-13 Jahre): 230-250 Milligramm/Tag
  • Kinder (4-10 Jahre): 120-170 Milligramm/Tag
  • Kleinkinder (4 Monate - 4 Jahre): 60-80 Milligramm/Tag
  • Säuglinge (0-4 Monate): 24 Milligramm/Tag

Frauen kommen mit etwas weniger Magnesium aus als Männer, sofern sie nicht schwanger sind oder stillen. Der Magnesiumbedarf ist auch bei Leistungssportlern leicht erhöht.

Mangelerscheinungen

Ein zu niedriger Magnesiumgehalt im Blut äußert sich in Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Taubheitsgefühlen sowie Kribbeln in Armen und Beinen. Auch können Beschwerden am Verdauungstrakt, wie Blähungen oder Durchfall, auftreten. Nervosität, Reizbarkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind weitere mögliche Symptome. Bei chronischem Magnesiummangel drohen Herzrhythmusstörungen. Studien weisen zudem darauf hin, dass Depressionen und schizophrene Psychosen durch einen Magnesiummangel begünstigt oder verstärkt werden.

Ursachen:

  • Chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie.
  • Vorübergehende Magnesium-Unterversorgung nach Durchfallerkrankungen sowie Operationen am Verdauungstrakt.
  • Nierenfunktionsstörungen und regelmäßiger Alkoholkonsum begünstigen schwere Mangelzustände genauso wie einige entwässernde Medikamente (Diuretika) sowie Kortisonpräparate.

Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel

Magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Magnesiummangels aufweisen oder durch Leistungssport einen erhöhten Bedarf haben. Die Wirkung erhöht sich, wenn die tägliche Magnesium-Dosis über den Tag verteilt eingenommen wird. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung

Eine Überversorgung ist selten. Sie zeichnet sich zunächst durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus. Im weiteren Verlauf vermindern sich die Reflexe und der Herzrhythmus. In sehr ausgeprägten Fällen droht Herzstillstand.
Zu einer chronischen Überversorgung kommt es nur bei dauerhafter überdosierter Einnahme von Magnesiumprodukten sowie bei schwerer Niereninsuffizienz.


Autor: Sandra Göbel
Menachinon

Synonyme: Phyllochinon (K1), Vitamin K

Vitamin K bezeichnet eine Gruppe von bis zu 100 fettlöslichen Verbindungen, wobei ernährungsphysiologisch nur einige relevant sind. Bakterien des Darms sind imstande, eine kleine Menge von Vitamin K zu produzieren. Allerdings geht aus Untersuchungen hervor, dass aufgrund von Fettmangel in diesem Teil des Darmabschnitts nur wenige fettlösliche Vitamine aufgenommen werden können. Vitamin K muss deshalb zu einem überwiegenden Teil über die Nahrung aufgenommen werden. Vitamin K spielt bei der Synthese von bestimmten Gerinnungsfaktoren eine wesentliche Rolle und ist somit bei der Blutgerinnung von Bedeutung. Darüber hinaus benötigt der Körper Vitamin K für die Wirksamkeit des Proteins Osteocalcin, das für die Kontrolle des Knochenauf- und abbaus zuständig ist.

Vorkommen von Vitamin K in der Nahrung

Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor, während Vitamin K2 (Menachinon) aus tierischen und bakteriellen Quellen stammt. Außer der nachfolgenden Nahrungsmittel sind Grünkohl, Mangold und Brokkoli reich an Vitamin K. Auch aus Rindsleber, Weizenkleie und Butter bezieht der Körper das fettlösliche Vitamin.

Gute Vitamin-K-Quellen sind:

  •  Sauerkraut: 1540 Mikrogramm/100 Gramm
  • Sonnenblumenöl: 500 Mikrogramm/100 Gramm
  • Blumenkohl: 300 Mikrogramm/100 Gramm
  • Spinat: 415 Mikrogramm/ 100 Gramm
  • Hühnerfleisch: 300 Mikrogramm/ 100 Gramm
  • Grüner Tee: 71 Mikrogramm/100 Gramm
  • 1 mittelgroßes Hühnerei: 11 Mikrogramm/100 Gramm

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Liefert reichlich Vitamin K: Spinat. Da Vitamin K neben den Vitaminen A, D, und E zu den fettlöslichen Vitaminen zählt, benötigt es Fett als Trägersubstanz. So kann der Körper etwa Vitamin K aus Blattspinat besser verwerten, wenn ihm ein kleiner Schuss Pflanzenöl zugegeben wird.

Bedarf an Vitamin K

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt je nach Alter und Geschlecht folgende Mengen an Vitamin K täglich:

  • Säuglinge (0–12 Monate): 4–10 Mikrogramm/ Tag
  • Kinder (1–15 Jahre): 15–50 Mikrogramm/ Tag
  • Erwachsene und Jugendliche (ab 15 Jahren):60–80 Mikrogramm/ Tag
  • Schwangere und Stillende: 60 Mikrogramm/ Tag


Anzeichen von Vitamin-K-Mangel

Herrscht ein Mangel an Vitamin K, besteht die Gefahr, dass die Gerinnung längere Zeit benötigt und dies abnormale Blutungen verursacht. Kleine Blutmengen im Stuhl, eine Neigung zu Blutungen bei Hautschürfungen oder Verletzungen sind Beispiele solcher Gerinnungsstörungen. Darüber hinaus ist es möglich, dass ein Defizit des Vitamins den Knochenaufbau behindert.

Ursachen von Vitamin-K-Mangel::

  • Der Körper speichert Vitamin K nur in geringen Mengen von etwa 100 mg. Die Leber verwendet das gebrauchte Vitamin K jedoch ein zweites Mal. Leiden Patienten an Leberschäden, ist die Wiederverwendung des Vitamins beeinträchtigt und kann Mangelerscheinungen verursachen.
  • Ein übermäßiger Alkoholkonsum hindert die Leber daran, Gerinnungsfaktoren zu produzieren und wirkt sich negativ auf das Recycling des Vitamins aus.
  • Breitspektrum-Antibiotika zerstören den Bereich der Darmflora, in dem Bakterien Vitamin K aufbauen. Darüber hinaus gibt es viele Medikamente, die die Aufnahme von Vitamin K oder dessen Wirkung behindern. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Apotheker, ob Ihre Medikamente eine solche Wirkung auslösen.
  • Funktionsstörungen der Leber, Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse wirken sich möglicherweise ungünstig auf die Aufnahme von Vitamin K aus.
  • Chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts – beispielsweise Durchfall oder Störungen der Fettverdauung (Steatorrhö) – können ebenfalls zu Mangelerscheinungen führen. Besonders bei Kindern ist dann die Blutgerinnung gestört.

Vitamin K als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-K-Mangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät der Arzt oder Apotheker.

Es gibt auch einige Medikamente, bei denen ein Vitamin-K-Mangel gewollt ist. Zu diesen zählen beispielsweise Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien), wie Marcumar®: Diese werden beispielsweise prophylaktisch bei Erkrankungen oder in klinischen Situationen verabreicht, bei denen ein erhöhtes Risiko auf Thrombosen besteht. Dazu gehören Vorhofflimmern, Herzklappenprothesen oder nach Operationen bei erforderlicher längerer Bettlägerigkeit. Die in den Mitteln enthaltenden Cumarinderivate hemmen die Produktion der Gerinnungsfaktoren in der Leber und bewirken so eine Verdünnung des Bluts. Da Vitamin K eine gegenteilige Wirkung erzielt, kann es sein, dass Patienten auf ihre Ernährung besonders achten und gegebenenfalls ihre medikamentöse Therapie entsprechend angleichen müssen. Betroffene sollten dies jedoch mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

Säuglinge sind anfällig für abnormale Blutungen. Einerseits ist die Leber noch nicht voll funktionsfähig. Andererseits ist der Darm in den ersten Lebenstagen noch steril und weist keine Bakterien auf. Überdies versorgt die Muttermilch das Neugeborene nur mit wenig Vitamin K. Vielen Babys wird deshalb nach der Geburt und bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen Vitamin K in die Muskeln verabreicht.

Überversorgung mit Vitamin K

Eine Überversorgung mit Vitamin K tritt normalerweise nicht auf. Eine zu hohe Menge an Vitamin K kann jedoch Erbrechen, eine Hämolyse oder eine Thrombose hervorrufen. Früher wurde Menadion, eine Vorstufe des Vitamin Ks, in der Pädiatrie als Zusatzstoff verwendet. Er ist bereits in geringen Dosen toxisch und führt im schlimmsten Fall zu Anämie und Gelbsucht. Deshalb sollte er nicht mehr als Ersatzstoff zu Vitamin K verwendet werden.


Quellen:

Dr. Lothar Burgerstein: Handbuch Nährstoffe. Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe. 10. Aufl. Stuttgart: Haug Verlag 2010, S. 89f.

Paul Mohr: Gesund durch Nahrungsmittel. So wirkt orthomolekulare Medizin. 3. Aufl. Zürich: Oesch Verlag, S. 186-188.


Autor: Julia Schmidt
Milchsäurebakterien

Milchsäurebakterien werden über Probiotika zugeführt werden, um die Darmgesundheit zu verbessern. In der Regel handelt es sich um sogenannte Lactobacillen oder Bifidobakterien, die sich im Darm ansiedeln, um dort Ballaststoffe und unverdauliche Nahrungsbestandteile in kurzkettige Fettsäuren umzuwandeln. Alle Mikroorganismen, die als Probiotika zum Einsatz kommen, sind natürliche Bestandteile des menschlichen Darms.

Vorkommen

Die Bakterienkulturen werden speziellen Lebensmitteln, insbesondere Joghurt, zugesetzt. Auch in getrockneter Form sind die Bakterienkulturen als Tabletten, Kapseln und Pulver auf dem Markt erhältlich. Sie ermöglichen die Aufnahme von Probiotika in isolierter Form.

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Probiotika enthalten lebende Mikroorganismen, etwa Bakterien, die sich im Darm ansiedeln sollen, um dort die Verdauung zu unterstützen. Präbiotika hingegen enthalten hingegen unverdauliche Kohlenhydrate, die das Wachstum und und die Aktivität der bereits natürlicherweise im Darm lebenden Mikroorganismen fördern.

Bedarf

Für einen verdauungsfördernden Effekt empfehlen Experten den täglichen Verzehr eines angereicherten Joghurts. Damit Milchsäurebakterien ihre Wirkung entfalten können, müssen sie den Darm lebendig erreichen. Das trifft auf etwa 10 bis 40 Prozent der Bakterien zu. Langes Lagern sollte vermieden werden, da dabei Bakterien absterben.

Mangelerscheinungen

Ein Mangel an Milchsäurebakterien ist nicht bekannt.

Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel

Milchsäurebakterien eignen sich hervorragend für alle Menschen, die ihre Darmgesundheit fördern wollen. Die Bakterienkulturen unterstützen eine gesunde Darmflora und verringern nachweislich die Schwere und Dauer von bestehenden Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Daher profitieren auch viele Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Reizdarmsyndrom von Probiotika.

Die Bakterienkulturen beugen Durchfallerkrankungen vor, die etwa infolge von Antibiotika-Einnahmen oder im Rahmen einer Chemotherapie auftreten. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz können Probiotika die Verträglichkeit von Milchprodukten verbessern. Studien zufolge scheinen zudem Kinder mit Neurodermitis von bestimmten probiotischen Kulturen zu profitieren.

Überversorgung

Eine Überversorgung ist nicht möglich.


Autor: Sandra Göbel

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