Heilpflanzen von A-Z: Alles mit H


Hafer
Hafer
XRoig/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Avena sativa

Allgemein

Hafer ist reich an Vitaminen, Eiweißen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Er findet deshalb als Schonkost sowie im Rahmen von Diät- und Bioprodukten eine breite Anwendung. Viele Naturheilkundler weisen dem Inhaltsstoff Avenin eine beruhigende Wirkung zu und raten zu Hafertropfen, -tee und -bädern bei Unruhe, Angespanntheit oder Schlafproblemen. Darüber hinaus werden dem in Haferfasern enthaltenen Beta-Glucan cholesterinsenkende Eigenschaften zugeschrieben. Beta-Glucan soll das Ausscheiden von Cholesterin über die Galle fördern und somit Herzleiden vorbeugen. Des Weiteren gibt es Hinweise, dass Beta-Glucan das Wachstum von Lactobacillus-Stämmen unterstützt und so die Darmflora kräftigt. Ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis für Hafer steht jedoch noch aus.

Charakteristik

Hafer ist ein einjähriges Süßgras, dessen Anbau als Kulturpflanze weit verbreitet ist. Die Halme erreichen eine Höhe von 60-100 cm, sind glatt und kahl. Das Getreide wächst aufrecht und trägt in den Sommermonaten eine grüne Blüte. Je zwei bis vier Blüten bilden zusammen eine Ähre. Die einzelnen Ähren sind wiederum an kleinen Ästchen angeordnet und formen eine Rispe (Doppeltraube) von 15-20 cm Länge.

Medizinisch verwendet werden die Körner und Früchte, das Haferkraut und Haferstroh. Es sind verschiedene Zubereitungen und Fertigpräparate erhältlich. In Apotheken kann man eine homöopathische Urtinktur namens Avena sativa beziehen. Das Homöopathikum wird aus frischem, blühenden Hafer bereitet.

Anwendungsbereiche

Haferfrüchtezubereitungen: bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts wie Verstopfung oder Durchfall, erhöhten Cholesterinwerten, Gallen- und Nierenleiden, körperlicher Schwäche und Erschöpfung, Rheuma

Haferkrautzubereitungen: bei Anspannung, Angst und Nervosität, Schlaflosigkeit, als Aufbau und Kräftigungsmittel

Haferstrohzubereitungen: als Wickel, Auflagen und Bäder bei Hauterkrankungen mit Juckreiz, kalten und übermüdeten Füßen; zur inneren Anwendung bei Husten, Blasenleiden und Rheuma

In der Homöopathie: bei Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen
In Lebensmitteln: als Schonkost und Diätetikum

Sonstige Verwendung: als Zusatz in Naturkosmetika und Futtermittel in der Landwirtschaft

Dosierung

Homöopathie: 5-10 Tropfen, 1 Tablette, 5-10 Globuli oder eine Messerspitze Verreibung ein- bis dreimal täglich

Tee: 3 g Droge mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und abseihen. Mehrmals täglich und/oder vor dem Zubettgehen trinken.

Bad: 100 g zerkleinerte Droge für ein Vollbad. Die Droge mit 3 Liter Wasser 20 Minuten kochen. Den Absud dem Bad zusetzen.

Zur Cholesterinsenkung: täglich mindestens 3 g lösliche Haferfasern verzehren. Diese sind in der Regel in 40 g Haferkleie oder 60 g Haferschrot enthalten.

Risiken und Nebenwirkungen:

Risiken bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind nicht bekannt. Ihr Apotheker berät Sie hinsichtlich der geeigneten Anwendungsdauer und Dosierung.

Autor: Sandra Göbel/T.Brendler, J. Gruenwald, C. Jaenicke
Hagebutte
Hagebutte
Lusine/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Rosa canina L.

Allgemein

Als Hundsrose gehörte die Hagebutte schon zum Arzneischatz der Ärzte des Altertums. Im Mittelalter wurde sie zur Herzstärkung, bei Kopfschmerzen und bei tränenden Augen eingesetzt. Später wurde ihre Wirkung als steintreibendes Mittel und gegen Geschlechtskrankheiten (Gonorrhöe) geschätzt. In der Homöopathie wird die Pflanze ebenfalls verwendet, insbesondere auch die Rosengalle oder der Schlafapfel.

Charakteristik

Die Pflanze wächst in Europa und Nordafrika und wird in großem Umfang kultiviert. Sie blüht im Juni und wird zur Blütezeit oder später im Oktober geerntet. Medizinisch verwendet werden die Kronblätter, die Hagebutten mit und ohne Kerne und die Kerne. Hagebuttenkerne sind die gereiften, getrockneten Früchte. Hagebuttenschalen sind die reifen geöffneten von Haaren befreiten oder zerschnittenen Becher der Steinfrucht.

Anwendungsbereiche

Kerne: Volksmedizin: bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Niere, Nierensteinen, bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie Rheumatismus und Gicht, bei Erkältungen, Skorbut und fieberhaften Erkrankungen
Schalen: Volksmedizin: bei Erkältungen und grippalen Infekten, Darmerkrankungen, Verdauungsstörungen, Vitamin-C-Mangel, Gallensteinen, Magensäuremangel, Infektions­krankheiten, Erkrankungen der ableitenden Harnwege, Ödeme, Rheuma und Gicht, bei Blutungen, Weißfluss und Schwächezuständen

Dosierung

Kerne: 2 g Droge auf eine Tasse (150 ml), 10-15 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich trinken.
Schalen: Tee: 2-5 g auf eine Tasse, 10-15 Minuten ziehen lassen

Wirkung und Nebenwirkungen

Kerne: Für die der Droge zugeschriebene harntreibende und leicht entspannende Wirkung sind der Pektin- und Fruchtsäuregehalt ausschlaggebend. Bei bestimmungs­gemäßer Anwendung therapeutischer Dosen bestehen keine Risiken. Die Wirksamkeit ist nach den gültigen Kriterien für klinische Prüfungen von Arzneimitteln bisher nicht belegt.
Schalen: Die Droge sorgt für Vitamin C und wirkt antioxidativ. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Wirksamkeit ist nach den gültigen Kriterien für klinische Prüfungen von Arzneimitteln bisher nicht belegt. Keine Bedenken bestehen als Geschmacksverstärker in Teemischungen. Die volkstümliche Verwendung bei Infekten ist wegen des hohen Vitamin-C-Gehaltes nachvollziehbar.

Anwendung in Lebensmitteln

Hagebutten sind ausgezeichnete Vitamin C-Lieferanten und Bestandteile von wohlschmeckenden Konfitüren, Kompott, Säften und Nachspeisen. Die leicht abführende Wirkung sind den enthaltenen Fruchtsäuren zuzuschreiben.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Hamamelis
Hamamelis
MedPharm

Wissenschaftlicher Name: Hamamelis virginiana L.

Allgemein

Die Zaubernuss war in der Heilkunde Nordamerikas als Umschlag zur Behandlung von Schwellungen und als vorzügliches Mittel gegen Hämorrhoiden gebräuchlich, wurde aber auch bei Verbrennungen, Insektenstichen und Hautentzündungen angewandt. Die Zweite wurden von den Indianern als Wünschelrute geschätzt. 1736 führte Collison die Pflanze in Europa ein. Neben der Heilkunde findet Hamamelis auch in Gesichtswassern und Cremes Verwendung.

Charakteristik

Der Baum stammt aus den Laubwäldern Nordamerikas. Er wächst in Europa in Gärten und Parks und wird auch in subtropischen Ländern kultiviert. Medizinisch verwendet werden das Hamameliswasser, ein Destillat aus den Pflanzenteilen, Hamamelisrinde, die im Herbst gesammelten und getrockneten Blätter, die frische Rinde der Wurzeln und der Zweige, die getrocknete Rinde der Stämme und Zweige, die frischen Blätter und Zubereitungen aus verschiedenen Pflanzenteilen.

Anwendungsbereiche

Äußere Anwendung: bei leichten Hautverletzungen, lokalen Entzündungen der Haut und der Schleimhäute, Krampfaderbeschwerden und Hämorrhoiden
Volksmedizin: bei akuten unspezifischen Durchfallerkrankungen sowie Menstruationsbeschwerden
Homöopathie: bei Hämorrhoiden, Krampfaderleiden und Haut- und Schleimhautblutungen

Dosierung

Abkochung: 250 ml Wasser mit 5-10 g Droge als Spüllösung oder als Umschlag; 2-3 g auf 150 ml Wasser als Gurgellösung
Zäpfchen: 200-400 mg Droge
Tee: 1-2 g Droge mit kochendem Wasser übergießen, etwa 10 Minuten ziehen lassen. Eine Tasse 2-3-mal täglich zwischen den Mahlzeiten
Fluidextrakt: 2-4 ml 3-mal täglich

Wirkung und Nebenwirkungen

Die in der Droge enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungs­hemmend, blutstillend und zusammenziehend. Das ist durch verschiedene Studien belegt. Risiken der bestimmungs­gemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei innerlicher Anwendung können Verdauungsbeschwerden auftreten, in seltenen Fällen sind bei langer Anwendung Leberschäden denkbar. Eine therapeutische Anwendung wird bei Krampfadern, Hämorrhoiden, Verstauchungen, leichten Hautabschürfungen, lokalen Entzündungen, Neurodermitis und schweren Beinen positiv bewertet.

Anwendung in Lebensmitteln

Keine Angaben.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Herzgespann
Herzgespann
Lehrer/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Leonurus cardiaca

Allgemein

Im Mittelalter galt das Herzgespann als herzstärkend und kam zum Einsatz gegen Herzbeschwerden unterschiedlicher Art: von Herzweh, -klopfen, -zittern bis zu -krämpfen. Letzterem verdient die Heilpflanze gar seinen Namen, bedeutete im Mittelalter der Begriff „Gespann“ doch „Krämpfe“. Nach heutigen Erkenntnissen scheint seine historische Funktion als Herzmittel nicht unbegründet. Erste Studien deuten darauf hin, dass das Herzgespann ein leichtes Herabsenken der Herzschlagfrequenz bewirkt. Heute kommt die Heilpflanze jedoch nur noch bei funktionellen Herzbeschwerden zum Einsatz – also bei Beschwerden, die nicht auf Schäden am Organ zurückzuführen sind. Einsatzgebiete sind nervöse Herzbeschwerden, etwa Beklemmungsgefühle und Herzstolpern als Folge von Stress, Angst, Aufregung oder infolge einer Schilddrüsenüberfunktion. In isolierter Form wird das Herzmittel nur noch selten verwendet, es findet sich jedoch in zahlreichen Kombinationspräparaten zur Herzberuhigung.

Charakteristik

Das Herzgespann ist eine ausdauernde, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler mit einem kurzen, verholzten Wurzelstock. Heimisch ist sie in Mitteleuropa, Skandinavien, im gemäßigten Russland bis nach Zentralasien. Ihre Höhe beträgt bis zu 1,5 m. Die lang gestielten, grob gezähnten Blätter des Herzgespanns gehen von einem aufrechten, meist rotvioletten Stengel ab. In der oberen Blattachse wachsen zwischen Juni und September kleine Lippenblüten von rosa Farbe. Ihr Blütenkelch ist trichterförmig und 5-fach gezahnt. Zottig und weiß behaart zeigt sich die Blütenkrone. Im Sommer bilden sich braune, dreikantige, bis zu 3 mm lange Früchte. Es handelt sich um kleine Nüsschen, die an ihrer Spitze einen Haarschopf tragen. Schon von weitem zu riechen ist der charakteristische, unangenehme Geruch der Pflanze.
Medizinisch verwendet werden die frischen, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile der Pflanze.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei nervösen Herzbeschwerden und Schilddrüsenüberfunktion
Volksmedizin: bei Asthma bronchiale, Wechseljahresbeschwerden und Menstruationsstörungen
Homöopathie: bei Herzbeschwerden, Blähungen und Schilddrüsenüberfunktion

Dosierung

Tagesdosis: 4,5 g Droge
Aufguss: 2–4 g Droge mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 min abgedeckt ziehen lassen, 3-mal täglich trinken
Fluidextrakt (Mischungsverhältnis 1:1): 2–4 ml 4-mal täglich
Tinktur (Mischungsverhältnis 1:5): Tagesdosis 2–6 ml
Homöopathie: bei akuten Beschwerden 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30–60 Minuten, bei chronischen Beschwerden 1- bis 3-mal täglich
Fertigarzneimittel: in Kombinationspräparaten gegen nervöse Unruhe enthalten, etwa kombiniert mit Weißdorn oder Baldrian und Melisse

Risiken und Nebenwirkungen

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Herzgespann sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, da es vermutlich Kontraktionen der Gebärmutter begünstigt.

Quelle: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke: Heilpflanzen CD-ROM (Herbal Remedies), 2003 MedPharm

Autor: Sandra Göbel
Hirtentäschel
Hirtentäschel
Csehak Szabolcs/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Capsella bursa-pastoris

Allgemein

Das Hirtentäschel gehört zu den unterschätzten Pflanzen im Heilkräutergarten. Fast das ganze Jahr über zeigt es seine weißen Blüten auf Wiesen und Äckern, an Wegrändern und in Gärten. Wahrscheinlich gilt es gerade deshalb oft als bloßes „Unkraut“. Dabei beschrieb der englische Arzt und Botaniker Nicholas Culpeter schon im 17. Jahrhundert die blutstillende Wirkung des Hirtentäschels. Die Indianer Nordamerikas stellten aus dem Pulver der Pflanze einen Heiltrank gegen Kopfschmerzen her, und auch Sebastian Kneipp wusste das unscheinbare und anspruchslose Kraut sehr zu schätzen.

Seinen Namen, der übrigens fast in allen europäischen Sprachen dasselbe bedeutet, verdankt das Hirtentäschel der Form seiner Frucht. Diese erinnert an die aus Fell gefertigten Umhängetaschen mittelalterlicher Hirten.

Charakteristik

Das Hirtentäschel stammt ursprünglich aus Osteuropa, hat sich inzwischen aber sehr weit verbreitet. Außer in den Tropen wächst es heute überall auf der Welt.

Als Arznei geeignet ist das blüten- und fruchttragende Hirtentäschelkraut. Es lässt sich vor allem im Sommer aus Wildvorkommen sammeln und leicht trocknen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei leichten Blutungsunregelmäßigkeiten der Frau wie Menorrhagie und Metrorrhagie
Äußere Anwendung: bei Nasenbluten und oberflächlichen, blutenden Hautverletzungen
Volksmedizin: eher selten angewendet als blutstillendes Mittel. Nordamerikanische Indianer verwenden Hirtentäschel bei Kopfschmerzen. In Spanien wird ein Sud aus der Frischpflanze gegen Blasenentzündungen eingenommen.
Homöopathie: bei Gebärmutter- und Schleimhautblutungen sowie Steinleiden

Dosierung

Innere Anwendung: Tagesdosis 10–15 g Droge
Fluidextrakt: Tagesdosis 5–8 g Droge
Tee: 3 Teelöffel auf 150 ml, 15 min ziehen lassen und mehrmals zwischen den Mahlzeiten trinken
Äußere Anwendung:
 Aufguss mit 3-5 g Droge auf 150 ml
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30–60 min (akut) oder 1–3-mal täglich (chronisch); parenteral: 1–2 ml 3-mal täglich

Wirkung und Nebenwirkungen

Die im Hirtentäschelkraut enthaltenen Alkaloide senken Blutdruck und Herzfrequenz. Nachgewiesen ist außerdem, dass die Pflanze bei Entzündungen den Austritt flüssiger Absonderungen (Exsudationen) verringert, harntreibend wirkt und die Kontraktilität der Gebärmutter erhöht. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine aktive Wirksamkeit gegen bestimmte Bakterien und Pilze.

Anwendung in Lebensmitteln

In China wird das Hirtentäschel schon seit Langem als Gemüsepflanze kultiviert.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Holunder, schwarzer
Holunder, schwarzer
Ralf Neumann/Shutterstock.com

Wissenschaftlicher Name: Sambucus nigra L.

Allgemein

Der schwarze Holunder ist beinahe in ganz Europa heimisch. Besonders im Mittelalter beschäftigen sich Heilkundige mit der Pflanze und verwendeten unterschiedliche Teile für medizinische Zwecke. So verschrieb der Arzt Christian Wilhelm Hufeland das Heilkraut für Dämpfe und Gurgelwasser bei Erkrankungen der Atmungsorgane. Bohn überliefert, dass die Blüten die Sekretion der Schweißdrüsen fördern. Die Beeren hingegen sollen die Nierenfunktion anregen, Wurzeln und innere Rinde eine abführende Wirkung erzielen. Der französische Arzt Lemoine setzte Holunder erfolgreich gegen akute Nephritis ein.

Charakteristik

Der im Juni und Juli blühende schwarze Holunder gehört zur Gattung des Holunders. Die bis zu 7 m hohe Pflanze wächst sowohl als Strauch als auch als Baum mit ausgebreiteten Ästen. Seine unpaarigen Blätter sind 3- bis 7-zählig gefiedert und oben mattgrün. Ihre Unterseiten weisen eine helle blaugrüne Färbung auf. Ein besonderes Merkmal des Schwarzen Holunders sind die gelblich-weißen Blüten, die einen kräftigen, leicht betäubenden Duft verströmen. Ihren Namen erhält die Pflanze von den schwarz-violetten, beerenartigen Steinfrüchten mit blutrotem Saft. Medizinisch verwendet werden die luftgetrockneten Blüten sowie die frischen Blätter und Blütenstände im gleichen Verhältnis und die im Frühjahr von den Zweigen geschälte und vom Kork befreite Rinde. Auch die jung geernteten und getrockneten Blätter sowie die reifen und getrockneten oder frischen Früchte werden zu medizinischen Zwecken verwendet. Die getrockneten Wurzeln und die frisch geernteten Blüten sind ebenso einsetzbar.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Schleimhautentzündungen der Atemwege, trockenem Reizhusten; als schweißtreibendes Mittel bei der Behandlung von fieberhaften Erkältungskrankheiten  
Volksmedizin:
Innerlich:
als Tee zum Schwitzen und gegen Erkältungskrankheiten sowie bei anderen fiebrigen Zuständen, als Tee und Gurgelwasser beziehungsweise Mundspülflüssigkeit bei Erkrankungen im Bereich der Atmungsorgane wie Husten, Schnupfen, Kehlkopfentzündungen, Grippe und Atemnot; schwarzer Holunder wird seltener stillenden Frauen mit geringem Milchfluss verschrieben
Äußerlich:
als Kräuterkissen bei Schwellungen und Entzündungen
Homöopathie: bei Entzündungen der Luftwege
Lebensmittel: Die Früchte der Pflanze zur Herstellung des Holunderweins, von Saft, Konfitüre und Gebäck, die Blätter und Blüten als Aromastoffe in Lebensmittelprodukten einschließlich Getränke wie Wermut oder Magenbitter

Dosierung

Tagesdosis: 10-15 g Droge
Tee: 2-3 Teelöffel (3-4 g) Droge mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10-15 min ziehen lassen und anschließend abseihen. 1 bis 2 Tassen frischen Teeaufguss so heiß wie möglich mehrmals täglich zu sich nehmen, besonders in der zweiten Tageshälfte
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 min bei akuten oder 1-3 mal täglich bei chronischen Beschwerden einnehmen; die Dosierung für Kinder variiert

Risiken und Nebenwirkungen

Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge sind nicht bekannt.

Quelle: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke: Heilpflanzen CD-ROM (Herbal Remedies), 2003 MedPharm

Autor: Julia Schmidt
Hopfen
Hopfen
kladu/pixelio.de

Wissenschaftlicher Name: Humulus lupulus

Allgemein

Hopfen, Malz, Hefe und Wasser – nach dem Reinheitsgebot sind dies die einzigen Zutaten, die Bier enthalten soll. Der Hopfen verleiht dem Bier sein charakteristisches bitteres Aroma und fördert die Haltbarkeit. Belege für das Bierbrauen finden sich schon in vielen frühen Kulturen, zum Beispiel bei den Ägyptern oder den Sumerern. Die Verwendung von Hopfen in der Bierbrauerei und als Heilpflanze ist allerdings erst für das Mittelalter belegt. Anfangs nur bei Gallen- und Leberleiden eingesetzt, entdeckte man später die beruhigende und schlaffördernde Wirkung der Pflanze. Welche Inhaltsstoffe genau verantwortlich sind für die medizinische Wirkung ist nicht eindeutig geklärt. In der Pharmazie wird der Hopfen heute als mildes, natürliches Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt.

Charakteristik

Der Hopfen ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Hanfgewächse. Die Triebe sind mit Kletterhaaren besetzt und erreichen eine Höhe von bis zu 6 Metern, in Kulturen sogar über 10 Meter. Die männlichen Blüten sind eher unscheinbar und rispenartig, während die weiblichen Blüten Scheinähren, sogenannte Dolden, bilden. Diese sind mit kleinen Drüsenschuppen übersät, die das Lupulin, das Hopfenbitter enthalten. In der Landwirtschaft verwendet man daher nur die weibliche Pflanze. Der Hopfen kommt in seiner Wildform in Europa, Asien und Nordamerika vor, wird aber nur in einzelnen Regionen im großen Maßstab landwirtschaftlich angebaut, in Deutschland zum Beispiel in der bayerischen Hallertau oder in der Bodenseeregion.
Im Frühjahr legt man die jungen Triebe um eine Kletterhilfe und sie wachsen bis Juli auf ihre volle Höhe an, teilweise bis zu 30 cm pro Tag. Wenn die Ähren reif sind, wird im August bzw. September geerntet.

Anwendungsbereiche

Aufgrund der beruhigenden und schlaffördernden Wirkung wird Hopfen als natürliches, mildes Beruhigungsmittel eingesetzt, meist in Kombination mit anderen natürlichen Sedativa, zum Beispiel Baldrian. Man verwendet nur die Bestandteile der weiblichen Blüten, da diese Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten.
Innere und äußere Anwendung: Unruhe, Angstzustände, Schlafstörungen

Dosierung

Einzeldosis der Droge 0,5g
Innere Anwendung:
Teezubereitung: 2 Teelöffel Hopfenzapfen mit einer Tasse heißem Wasser übergießen, 2-3 Std. ziehen, abgießen
Fertige Teemischungen bzw. Fertigarzneimittel bitte entsprechend der Packungsbeilage anwenden
Äußere Anwendung:
Hopfenkissen mit getrockneten Blüten
Fertige Badezusätze

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Anwendung beim Bierbrauen

Die getrockneten weiblichen Blüten sind seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil der Bierproduktion.

Autor: Th. Brendler,u. a.; D. Frohne; K. Stegherr

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