HNO, Atemwege und Lunge


Erkrankungen des Ohrs

Akute Mittelohrentzündung

Akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta): Ein- oder beidseitige Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs, oft als Folge einer Erkältungskrankheit mit Schnupfen und durch Bakterien ausgelöst. Besonders häufig sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Aber auch bei Schulkindern ist sie noch eine häufige Ursache für Krankschreibungen. Die Erkrankung heilt meistens nach wenigen Tagen folgenlos ab, wenn die Tubenbelüftung sichergestellt ist. In seltenen, schweren Fällen breitet sie sich auf die Hohlräume des Warzenfortsatzes (Mastoiditis) oder die Hirnhäute (Hirnhautentzündung) aus.

Leitbeschwerden

  • Heftige stechende, pulsierende oder klopfende Ohrenschmerzen
  • Oft Fieber und beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, Erkältungsbeschwerden
  • Gelegentlich Schwindel
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern häufig untypische Beschwerden, wie Reiben am Ohr, Trinkunlust, häufiges Schreien, Bauchschmerzen, Durchfall und hohes Fieber
  • Eventuell Ausfluss von Sekret aus dem Ohr, wenn das Trommelfell platzt.

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn der Verdacht auf eine Mittelohrentzündung besteht

Sofort, wenn

  • Sich bereits abgeklungene Beschwerden wieder verstärken
  • Rötung und Schwellung hinter dem Ohrläppchen auftreten und/oder das Ohr absteht (Gefahr einer Mastoiditis)
  • Starke Kopfschmerzen, ein steifer Nacken und/oder starke Müdigkeit hinzukommen (Gefahr einer Hirnhautentzündung).

Die Erkrankung

Am häufigsten tritt die Mittelohrentzündung zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat auf. Sie ist in dieser Altersgruppe deshalb so häufig, weil Kleinkinder noch eine kurze, weite und – im Unterschied zum Erwachsenen – horizontal verlaufende Ohrtrompete haben, über die Krankheitserreger leicht aus dem Nasenrachen in das Mittelohr aufsteigen. So erleben schätzungsweise zwei Drittel aller Kinder vor ihrem sechsten Geburtstag eine akute Mittelohrentzündung, danach wird die Erkrankung seltener. Die akute Mittelohrentzündung wird begünstigt durch vergrößerte Rachenmandeln (Polypen) und Passivrauchen. Die Rolle von Allergien wie Heuschnupfen ist umstritten, wahrscheinlich verursachen sie für sich alleine die Mittelohrentzündung nicht.

Mittelohrentzündungen treten meist als Folge einer Erkältung (daher bevorzugt in den Wintermonaten) auf, bei der Erreger (überwiegend Bakterien, z. B. Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae) über die Ohrtrompete in das Mittelohr gelangen, wo sie eine Entzündung der Schleimhaut auslösen. Die Folge ist eine fortlaufende Produktion von Sekret. Da dieses – im Gegensatz zum Schnupfen – nicht durch die Nase abfließen kann, staut es sich hinter dem entzündeten Trommelfell. Der Sekretstau drückt schmerzhaft auf das Mittelohr und führt zu Schallleitungsschwerhörigkeit. Meist bildet sich die Entzündung des Trommelfells im Laufe weniger Tage von selbst zurück. Das aufgestaute Sekret wird langsam wieder in den Körper aufgenommen. Jedoch kann nach einer Mittelohrentzündung oft noch über Wochen ein Paukenerguss bestehen bleiben. In manchen Fällen reißt das Trommelfell infolge des zunehmenden Drucks und das Sekret fließt in den Gehörgang ab. Die Schmerzen lassen dann schlagartig nach und die Mittelohrentzündung heilt nun rasch und folgenlos ab. Das geplatzte Trommelfell schließt sich binnen weniger Tage von selbst.

Häufige Mittelohrentzündungen können einen bleibenden Trommelfellschaden mit Schwerhörigkeit hinterlassen oder in eine chronische Form übergehen (chronische Mittelohrentzündung).

Eine heutzutage seltene Komplikation der Mittelohrentzündung ist die Mastoiditis, bei der die Mittelohrentzündung auf die mit Schleimhaut ausgekleideten Hohlräume im Warzenfortsatz übergeht. Zu ihrer Behandlung ist eine Operation erforderlich, wobei der Knochen hinter dem Ohr unter Vollnarkose eröffnet und der Eiter und die entzündete Schleimhaut entfernt wird.

Das macht der Arzt

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Vorgeschichte (typisch ist ein vorangegangener Schnupfen) und der charakteristischen Beschwerden des Patienten. Anschließend sieht er sich das Trommelfell an. Ergänzend kommen bei komplizierten Verläufen Hörprüfungen, Gleichgewichtstests, bildgebende Untersuchungen des Schädels und/oder ein Blutbild hinzu. Häufig verordnet der Arzt Antibiotika; Mittel der Wahl ist ein Breitbandpenizillin, z. B. Amoxicillin, das gegen eine breite Anzahl von Erregern wirkt und 7 bis 10 Tage lang mehrmals täglich eingenommen wird. Ein Trommelfellschnitt (Parazentese) kann erwogen werden, wenn sich das Trommelfell wegen des entzündungsbedingten Drucks im Mittelohr stark vorwölbt – der Patient spürt dann starke Schmerzen. Durch diesen Entlastungsschnitt kommt es zur sofortigen Erleichterung für den Patienten, weil das abfließende Sekret den Druck im Mittelohr reduziert.

Viele Studien zeigen inzwischen, dass nicht jede Mittelohrentzündung gleich mit Antibiotika behandelt werden muss. Etwa 80 % der Kinder werden auch ohne innerhalb weniger Tage gesund. Die kinderärztlichen Fachgesellschaften empfehlen die automatische Antibiotikagabe nur noch bei Kindern unter 6 Monaten. Bei Kindern zwischen 6 Monaten und 2 Jahren kann dann auf Antibiotika verzichtet werden, wenn sich der Arzt mit der Diagnose nicht ganz sicher ist (dies ist wegen der häufig durch Ohrenschmalz verlegten Gehörgänge gar nicht so selten) und wenn es dem Kind einigermaßen gut geht (d. h. wenn das Fieber 39 °C nicht übersteigt und die Ohrenschmerzen auszuhalten sind). Bei Kindern ab 2 Jahren kann auch bei einer gesicherten Mittelohrentzündung auf Antibiotika verzichtet werden, wenn es dem Kind einigermaßen gut geht.

Selbsthilfe

Eine Tubenbelüftungsstörung kann – vor allem nachts – Schmerzen wie bei einer Mittelohrentzündung verursachen. Diese Schmerzen sind aber nach einigen Stunden verschwunden (es bleibt höchstens noch ein „komisches“ Gefühl in den Ohren), während die Schmerzen einer Mittelohrentzündung länger anhalten. Deshalb sollte zunächst ein Schmerzmittel gegeben werden, z. B. Paracetamol (z. B. in Ben-u-ron®) oder Ibuprofen (in Eudorlin® extra). Bleiben die Schmerzen nach Abklingen des Schmerzmittels aus, dann lag keine Mittelohrentzündung, sondern eine Tubenbelüftungsstörung vor.

Ohne Verordnung des Arztes dürfen Sie bei einer Mittelohrentzündung keine Ohrentropfen anwenden. Bei noch intaktem Trommelfell können diese gar nicht in das Mittelohr gelangen und bei einem bereits erfolgten Riss rufen sie möglicherweise Innenohrschäden hervor.

Bei Ohrenausfluss dürfen Sie keine Watte in den Gehörgang stecken – dadurch bildet sich eine feuchte Kammer, in der sich Krankheitserreger schnell vermehren.

Bestrahlungen mit Rotlicht, Heizkissen oder Wärmflasche lindern die Beschwerden, da durch die wärmebedingte Weitstellung der Gefäße verstärkt entzündungshemmende Zellen ins Krankheitsgebiet gelangen und die Erkrankung schneller ausheilt. Achten Sie auf einen Mindestabstand zur Lampe, damit keine Verbrennungen entstehen.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Je nach Begleitsymptomatik empfiehlt die Homöopathie in der Akutphase häufige Gaben z. B. von Aconitum, Belladonna, Chamomilla oder Ferrum phosphoricum in niederen Potenzen. Als homöopathisches Komplexmittel stehen z. B. Otovowen® Tropfen zur Verfügung. 

Vorsorge

Im Umfeld von Säuglingen und Kleinkindern, die häufig unter akuten Mittelohrentzündungen leiden, sollte unbedingt auf das Rauchen verzichtet werden. Dieses „Rauchverbot“ sollte die ganze Wohnung umfassen, denn Studien haben gezeigt, dass Kleinkinder auch unter separaten und für sie nicht zugänglichen Raucherzimmern nachweisbar leiden, also dass sie häufiger erkranken. Auch sollten Kinder ihre Milchflasche nicht im Liegen zu trinken bekommen, da dies möglicherweise Mittelohrentzündungen fördert. Stillen schützt nachweislich vor Mittelohrentzündungen.

Die operative Entfernung vergrößerter Rachenmandeln hat zumindest bei Kindern unter 4 Jahren keinen vorbeugenden Effekt . Ob eine Pneumokokken-Schutzimpfung die Rückfallgefahr vermindert, ist nicht bekannt.

Weiterführende Informationen

  • www.patientenleitlinien.de – Website der Universität Witten/Herdecke: Unter der Rubrik Mittelohrentzündung finden Sie die zugehörige ärztliche Leitlinie.

Altersschwerhörigkeit

Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis): Altersabhängige, aber nicht zwangsläufig auftretende beidseitige Innenohrschwerhörigkeit bei Personen über 50 Jahren. Mit 90 Jahren sind 90 % betroffen. Charakteristischerweise gehen zunächst die hohen Frequenzen verloren. Noch stärker als das Tongehör ist das Sprachverstehen beeinträchtigt, vor allem wenn sich mehrere Personen gleichzeitig unterhalten. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Leitbeschwerden

  • Probleme beim Sprachverstehen, vor allem bei Hintergrundgeräuschen
  • Verstärkte Lärmempfindlichkeit
  • Eventuell Tinnitus.

Wann zum Arzt

In den nächsten Wochen, wenn das Sprachverstehen nachlässt

Die Erkrankung

Altersschwerhörigkeit entwickelt sich in der Regel allmählich, tritt jedoch wie die Alterssichtigkeit längst nicht bei allen Menschen auf. Erste Anzeichen sind bereits im vierten Lebensjahrzehnt möglich. Ab dem fünften Lebensjahrzehnt nimmt das Beschwerdebild deutlich zu. So leidet in der Gruppe der über 65-Jährigen etwa die Hälfte der Männer und ein Viertel der Frauen unter Altersschwerhörigkeit.

Anfangs können die Betroffenen andere Personen im Gespräch schlecht verstehen, besonders bei starken Hintergrundgeräuschen. Des Weiteren kommt es zu einer Abnahme des Schallempfindens, was zuerst die hohen Töne betrifft und später auch die tieferen. Paradoxerweise tritt gleichzeitig eine Lärmüberempfindlichkeit auf („Kind, schrei nicht so, ich bin doch nicht schwerhörig!“), wodurch laute Geräusche und Lärm als äußerst unangenehm empfunden werden. Die Altersschwerhörigkeit verschlechtert sich in aller Regel mit zunehmendem Alter; Ausmaß und zeitlicher Verlauf sind jedoch individuell verschieden und nicht vorhersehbar.

Die Ursachen sind bisher nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine Kombination verschiedener im Lebensverlauf auftretender körperlicher Veränderungen und äußerer Einflüsse. Dazu gehören normale Alterungsvorgänge des Körpers wie Ablagerungen von Stoffwechselprodukten in Zellen oder Elastizitätsverluste bestimmter Gewebe. Wahrscheinlich spielt auch erbliche Veranlagung eine gewisse Rolle. Hinzu kommt eine lebenslange Anhäufung verschiedener das Gehör schädigender Ereignisse, wie dauerhafte Lärmbelästigung, Genussmittel, Umweltgifte und Mittelohrerkrankungen.

Das macht der Arzt

Der Arzt beurteilt das Ausmaß des eingeschränkten Hörens von Tönen und Sprache anhand verschiedener Hörtests (Tonaudiogramm und Sprachaudiogramm). Medikamentöse oder operative Behandlungsmaßnahmen gibt es nicht. In vielen Fällen ist die Versorgung mit einem Hörgerät die einzig sinnvolle Behandlung.

In der Bundesrepublik beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen mit einem Festbetrag an den Kosten eines Hörgeräts. Für diesen Festbetrag sind jedoch – wenn überhaupt – nur sehr einfache Geräte erhältlich. Nur bei zwingenden medizinischen Indikationen übernehmen die Kassen höhere Kosten. Bei Berufstätigen können öffentliche Einrichtungen wie das Arbeitsamt, die Rentenversicherungsanstalt oder Landeswohlfahrtsverbände das Hörgerät als Arbeitshilfsmittel oder zur Teilnahme am Berufsleben bezuschussen.

Zusätzlich zum Festzuschuss bezahlt die Kasse dem Hörgeräteakustiker, der das Hörgerät anpasst, sechs Jahre lang eine Reparaturpauschale, in der die Anpassung, Beratung und kleinere Instandhaltungsarbeiten enthalten sind.

Vorsorge

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass lebenslanges Musizieren dem altersbedingtem Gehörverlust vorbeugt. Denn auf welche Weise ein Leben lang Geräusche aufgenommen werden, wirkt sich stark auf das Nervensystem aus. Musikalische Menschen haben eine bessere Hör-und Sprachfähigkeit und können in lauter Umgebungen besser kommunizieren. Wer schon im Kindesalter musiziert, ist im Vorteil. Doch auch im hohen Lebensalter ist es nicht zu spät, damit zu beginnen. Ein intensives Musiktraining kann auch hier noch das Hör- und Sprachvermögen verbessern.

Cholesteatom

Cholesteatom (Perlgeschwulst, chronische Knocheneiterung, Otitis media epitympanalis): Chronische Entzündung im Mittelohr mit fortschreitender Zerstörung der Gehörknöchelchenkette. Durch den entzündlichen Dauerreiz wuchern äußere Hautschichten des Trommelfells oder des Gehörgangs in das Mittelohr hinein, verhornen und zerstören die Schleimhaut, und vermindern die Belüftung der Paukenhöhle sowie den Abfluss von Sekret. Schließlich werden auch die Knochen rund um das Ohr allmählich zerstört – daher kommt auch der Name chronische Knocheneiterung.

Wird das Cholesteatom rechtzeitig entfernt, bleibt das Gehör meistens erhalten oder kann durch operative Maßnahmen sogar wieder regenerieren.

Leitbeschwerden

  • Wiederholt oder dauerhaft auftretender Ohrenausfluss
  • Zunehmende Schwerhörigkeit
  • Immer wieder auftretende Ohrenschmerzen
  • Eventuell Kopfschmerzen.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen bei obigen Leitbeschwerden

Sofort, wenn starke Kopfschmerzen, ein steifer Nacken und/oder starke Müdigkeit hinzukommen (Gefahr einer Hirnhautentzündung).

Die Erkrankung

Ein Cholesteatom ohne bakterielle Besiedelung (trockene Form) äußert sich weder durch Schmerzen noch durch Ohrenfluss. Viel häufiger als die trockene Form ist jedoch die nässende Form des Cholesteatoms, das bakteriell besiedelt ist und sich durch einen eitrigen, übel riechenden Ohrfluss bemerkbar macht, gelegentlich auch durch Schmerzen. Der Betroffene bemerkt häufig zuerst einen Druck auf dem Ohr. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer zunehmenden Hörminderung, seltener auch zu einer Gesichtslähmung durch Mitbeteiligung des Gesichtsnervs, der teilweise durch das Mittelohr läuft. Beim Durchbruch ins Innenohr sind auch Schwindel und Gleichgewichtsstörungen möglich – alle genannten Beschwerden sind bei der nässenden Form häufiger. Wenn der Knochen der Schädelbasis angegriffen wird, besteht die Gefahr, dass die Erkrankung auf das Gehirn übergreift oder zur Hirnhautentzündung führt.

Das macht der Arzt

Zunächst führt der Arzt eine Ohrmikroskopie durch, um Ausdehnung und Lage des Trommelfelldefekts sowie die mögliche Beteiligung des Mittelohrs zu beurteilen. Zur Feststellung der Hörbeeinträchtigung ist ein Tonaudiogramm unerlässlich. Je nach Ausdehnung des Cholesteatoms sind auch Röntgenbilder erforderlich. Ein Cholesteatom muss wegen der möglichen Komplikationen unbedingt operiert werden. Während des Eingriffs wird in der Regel nicht nur das Cholesteatom ausgeräumt, sondern zugleich das Trommelfell mit bindegewebiger Muskelhaut oder Knorpelhaut aus der Ohrregion verschlossen. Eine unterbrochene Gehörknöchelchenkette wird zur Hörverbesserung wieder aufgebaut (Tympanoplastik).

Chronische Mittelohrentzündung

Chronische Mittelohrentzündung (Otitis media chronica mesotympanalis): Nicht heilendes Loch im Trommelfell verbunden mit einer dauerhaften oder immer wiederkehrenden Mittelohrentzündung. Die Erkrankung tritt heute ziemlich selten auf, weil sich die Behandlung von Kleinkindern mit wiederkehrenden Atemwegsinfekten in den letzten 30 Jahren deutlich verbessert hat.

Leitbeschwerden

  • Wiederholt oder dauerhaft auftretender Ausfluss von schleimig-eitrigem Sekret
  • Hörminderung
  • Meist keine Schmerzen.

Die Erkrankung

Bei der chronischen Mittelohrentzündung schmilzt mit oder ohne Entzündung ein Teil des Trommelfells weg und es entsteht ein Loch. Wenn sich keine Entzündungszeichen wie Schmerzen, Ohrenausfluss und geschwollene Schleimhaut nachweisen lassen, handelt es sich um eine trockene Form der chronischen Mittelohrentzündung. Fließt Sekret aus, handelt es sich um die nässende oder feuchte Form, verursacht durch in das Mittelohr eingedrungene Bakterien. Bei der feuchten Form sind Ohrenschmerzen möglich. Bakterielle Infektionen heilen mitunter rasch wieder ab, weshalb im Krankheitsverlauf trockene und feuchte Stadien abwechseln können. Manchmal sind die Betroffenen zwischendurch jahrelang beschwerdefrei.

Die Erkrankung tritt in aller Regel nur dann auf, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammentreffen: Dazu gehören eine erhöhte Anfälligkeit der Mittelohrschleimhaut, häufige (unsachgemäß behandelte) akute Mittelohrentzündungen im Kindesalter sowie eine allgemeine Abwehrschwäche. Etwas weniger als die Hälfte der chronischen Mittelohrentzündungen gehen mit einem Cholesteatom (chronische eitrige Entzündung des Mittelohrs mit Knochenzerstörung) einher.

Wird eine chronische Mittelohrentzündung nicht adäquat behandelt, droht zunehmende Schwerhörigkeit.

Das macht der Arzt

Mit Hilfe eines Ohrmikroskops begutachtet der Arzt zunächst das Trommelfell. Charakteristischerweise findet sich ein zentral gelegenes Loch im Trommelfell. Zur Feststellung der Hörminderung fertigt er ein Tonaudiogramm an. Eine chronische Mittelohrentzündung lässt sich mit Medikamenten nicht kurieren, stattdessen muss das Trommelfell operativ verschlossen werden (Myringoplastik). Bei dem Eingriff unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose wird körpereigenes Material aus der Ohrregion (Bindegewebe oder Knorpelhaut) verwendet. Danach wird das Ohr für etwa eine Woche tamponiert.

Entzündungen der Ohrmuschel

Ohrmuschelekzem: Trockene oder feuchte Entzündung der Oberhaut der Ohrmuschel.

Perichondritis: Akute bakterielle Entzündung der Knorpelhaut, im HNO-Bereich der Ohrmuschel sowie der umgebenden Haut.

Wundrose (Erysipel): Akute bakterielle Entzündung der Lymphspalten und -gefäße von Haut und Unterhaut, im Bereich der Ohrmuschel sowie ihrer Umgebung.

Leitbeschwerden

  • Haut der Ohrmuschel gerötet, trocken-schuppig oder feucht-nässend, manchmal sind nur kleinere Hautbereiche betroffen
  • Heftiger Juckreiz, gelegentlich Brennen
  • Schmerzen
  • Bei Perichondritis: starke Schmerzen und Druckempfindlichkeit der Ohrmuschel, das Ohrläppchen ist nicht betroffen; die umliegenden Lymphknoten schwellen an, das Allgemeinbefinden ist beeinträchtigt
  • Bei Wundrose: Fieber und schmerzhafte Erwärmung der Ohrmuschel; Ohrläppchen und angrenzende Gesichtshaut sind mit betroffen, allgemeines Krankheitsgefühl.

Wann zum Arzt

Heute noch bei starken Schmerzen

Die Erkrankung

Zu entzündlichen Reaktionen der Haut wie einem Ekzem kommt es vor allem durch schädigende Einflüsse aus der Außenwelt. Häufig sind Allergien gegen Ohrschmuck, Kosmetika, Seifen und Shampoos Schuld. Auch Hörgeräte, in das Ohr einsteckbare Kopfhörer und Lärmschutzstöpsel reizen die Haut mechanisch und/oder allergisch. Manchmal weisen Entzündungen auch auf eine allgemeine Hauterkrankung (z. B. Schuppenflechte) hin. Weitere Ursachen sind Schäden durch UV-Licht (Sonnenbrand oder Erfrierung). Häufig greift eine Entzündung der Ohrmuschel auf den äußeren Gehörgang über oder umgekehrt.

Ein Ekzem der Ohrmuschel ist nicht infektiös. Durch die entzündete rissige Haut können jedoch Bakterien leicht in untere Hautbereiche eindringen oder sogar bis zum Knorpel gelangen und dort zu Komplikationen führen:

  • Bei einer Perichondritis besiedeln Bakterien, meist Staphylokokken, eine entzündete Stelle. Die Infektion greift auf den Knorpel über, knorpelfreie Bereiche wie die Ohrläppchen sind davon nicht betroffen. Unbehandelt zerstört diese Infektion den Knorpel und verformt die Ohrmuschel dauerhaft.
  • Bei der Wundrose greift eine bakterielle Entzündung mit Streptokokken auf die Unterhaut der Ohrmuschel und ihre Umgebung über. Im Gegensatz zur Perichondritis können auch das Ohrläppchen und die Gesichtshaut in direkter Umgebung betroffen sein.

Das macht der Arzt

Entzündungen der Ohrmuschel erkennt der Arzt in aller Regel mit bloßem Auge. Bei einer Mitbeteiligung des äußeren Gehörgangs führt er eine Otoskopie oder Ohrmikroskopie durch. Bei Verdacht auf eine Allergie schließt sich unter Umständen eine dermatologische Allergiediagnostik an. Wenn keine bakteriellen Komplikationen vorliegen, werden Ekzeme mit Salben, Cremes oder Lösungen behandelt.

Bei Verdacht auf bakterielle Infektionen macht der Arzt – wenn möglich – einen Abstrich zum Erregernachweis, um das passende Antibiotikum auszuwählen. Eine Perichondritis wird systemisch mit einem Antibiotikum und einem Kortikoid  behandelt. Hinzu kommen antibiotika- und/oder kortikoidhaltige Salbenverbände, die täglich gewechselt werden müssen. Zur Behandlung einer Wundrose spritzt der Arzt ein hoch dosiertes, streptokokkenwirksames Antibiotikum (in erster Linie Penizillin G).

Vorsorge

Um erneute Entzündungen zu vermeiden, sollte z. B. auf Ohrschmuck oder hautreizende Kosmetika verzichtet werden.

Fremdkörper im Gehörgang

Fremdkörper im Gehörgang: Gegenstände oder Insekten im Gehörgang. Häufig stecken Kinder beim Spielen Murmeln, Glasperlen oder andere kleine Spielzeugteile in den äußeren Gehörgang. Bei Erwachsenen sind es oft Gegenstände, die dem Lärmschutz dienen (z. B. Ohrstöpsel) oder zur Ohrreinigung benutzt werden, obwohl sie sich nicht dafür eignen. Auch Insekten können sich im Gehörgang verfangen. In aller Regel ist das Problem mit sachgemäßer Entfernung des Fremdkörpers durch den Arzt beendet. Bleibt der Fremdkörper länger im Gehörgang, besteht die Gefahr einer Gehörgangsentzündung.

Leitbeschwerden

  • Hörminderung
  • Juckreiz und Schmerzen im Gehörgang
  • Bei längerem Verbleib im Ohr: Schmerzen, Juckreiz und eventuell Ohrenausfluss.

Das macht der Arzt

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Erzählung des Betroffenen oder dessen Eltern oder Erzieher. Bei der Untersuchung des äußeren Gehörgangs sichtet er einerseits den Fremdkörper und prüft andererseits, ob Schäden am Mittel- oder Innenohr entstanden sind. Zum Entfernen des Fremdkörpers benutzt der Arzt einen Sauger oder ein spezielles Häkchen. Bei Kindern, die (noch) nicht ruhig halten können, ist unter Umständen eine leichte Narkose nötig. Insekten werden vor dem Entfernen durch ein in das Ohr eingetropftes Medikament (Lidocain) getötet. Nur selten ist eine operative Entfernung des Fremdkörpers erforderlich.

Den Fremdkörper niemals selbst (z. B. mit einer Pinzette) entfernen. Dabei besteht die Gefahr, dass dieser noch tiefer in den Gehörgang rutscht und dort zu Verletzungen führt.

Gehörgangsentzündung

Gehörgangsentzündung (Otitis externa acuta): Zum Teil sehr schmerzhafte, gelegentlich aber auch nur juckende Entzündung der Haut im äußeren Gehörgang. Meistens handelt es sich um eine kurz andauernde harmlose Erkrankung, an der Bakterien (z. B. Pseudomonas aeruginosa) oder seltener Pilze beteiligt sind. Verbreitet tritt das Krankheitsbild im Sommer nach dem Besuch von bakteriell kontaminierten Badeseen oder Schwimmbädern auf – daher kommt auch der Name Badeotitis (Schwimmerohr).

Leitbeschwerden

  • Heftiger Juckreiz im äußeren Gehörgang
  • Schmerzen, die beim Druck auf den Knorpel vorn am Ohr oder Zug am Ohrläppchen zunehmen
  • Schwellung, Rötung und Krustenbildung im äußeren Gehörgang
  • Eventuell Ohrenausfluss und Schwerhörigkeit.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag bei obigen Leitbeschwerden

Die Erkrankung

Feuchtwarmes Klima fördert Gehörgangsentzündungen, sie treten deshalb vor allem im Sommer und nach dem Schwimmen oder Tauchen auf. Im Wasser weicht die Gehörgangshaut auf und wird angreifbar. Weitere Ursachen der Gehörgangsentzündung sind eine unsachgemäße Ohrreinigung mit Wattestäbchen, Fremdkörper im Ohr, Kopfhörer mit Ohrpassstück, der Gebrauch von Lärmschutzstöpseln sowie Seifen und Shampoos. Eine erhöhte Anfälligkeit haben Menschen, die zu Hauterkrankungen neigen. Mitunter ist eine Gehörgangsentzündung ein Begleitsymptom einer akuten oder chronischen Mittelohrentzündung.

Wenn die Gehörgangshaut sich entzündet, nimmt ihre Widerstandsfähigkeit ab. Durch die Besiedelung mit Keimen schwillt die Gehörgangshaut an und es bilden sich Krusten sowie ein schmieriges, manchmal übel riechendes Sekret. Ausgeprägte Schwellungen und starker Ohrenausfluss (Ohrenlaufen) können die Schallleitung stören. Die Entzündung kann sich nach außen wie nach innen ausbreiten und Ekzeme der Ohrmuschel oder eine Trommelfellentzündung (Myringitis) auslösen.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht den äußeren Gehörgang, befreit ihn anschließend mit einem sterilen Sauger von Sekret und macht gegebenenfalls einen Abstrich zum Nachweis des Erregers. Bei starken Schwellungen legt er einen Mullstreifen mit Salbe in den Gehörgang ein. Für die Folgebehandlung verschreibt der Arzt Ohrentropfen oder -salben mit einem Antibiotikum (wie Ciloxan® oder Floxal®) oder einem Antibiotikum und einem Kortikoid (wie Dexa Polyspectran®). Nur in schweren Fällen muss die Antibiotikabehandlung innerlich erfolgen (z. B. durch die Einnahme von Ciprobay®).

Selbsthilfe

Den Juckreiz lindern kühlende, z. B. in Alkohol getränkte, Umschläge.

Bei Schmerzen hilft dagegen eher Wärme, z. B. mittels Rotlichtlampe (zehn Minuten pro Anwendung). Achten Sie auf einen Mindestabstand von 50 Zentimetern.

Bei starken Schmerzen können Sie ein Schmerzmittel wie Paracetamol (z. B. in Paracetamol-ratiopharm®) oder Ibuprofen (z. B. Dolormin® extra) einnehmen.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Aus Sicht der Homöopathie lässt sich die Neigung zu Gehörgangsentzündungen durch eine individuell abgestimmte Konstitutionsbehandlung beeinflussen.

Vorsorge

Achten Sie unbedingt auf eine sorgfältige Hygiene des Gehöreingangs, um erneute Entzündungen zu vermeiden. Dazu gehören der Schutz des Gehörgangs vor Seife und Shampoo sowie der sachgemäße Gebrauch von Wattestäbchen – sie dürfen grundsätzlich nur am Eingang des Gehörgangs angewendet werden, anderenfalls drohen Verletzungen der Gehörgangshaut und des Trommelfells.

Neigen Sie nach dem Baden den Kopf einen Moment zu jeder Seite, damit das Wasser aus dem Gehörgang läuft. Die Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs können Sie vorsichtig mit einem Handtuch oder einem Papiertaschentuch abtupfen.

Wenn Sie vom Schwimmen im Sommer leicht Gehörgangsentzündungen bekommen, legen Sie vorher etwas mit Fettsalbe getränkte (und dadurch Wasser abweisende) Watte locker in den Gehörgang ein und nehmen Sie sie nach dem Schwimmen wieder heraus.

Hörsturz

Hörsturz: Ohne erkennbare Ursache plötzlich auftretende, in der Regel einseitige Innenohrschwerhörigkeit unterschiedlichen Schweregrads bis hin zur Ertaubung.

Der Hörsturz ist die häufigste Funktionsstörung des Innenohrs. Er kann sowohl den tiefen oder den mittleren bis hohen Frequenzbereich als auch das Gleichgewichtsorgan betreffen. Schätzungen zufolge erleidet in Deutschland etwa eine Viertelmillion Menschen pro Jahr einen Hörsturz, die meisten von ihnen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen, etwa 30 % der Patienten erleiden Rückfälle.

Meist lässt sich die Hörfähigkeit wiederherstellen. Besonders günstig ist die Prognose bei einer isolierten Hörminderung im Tief- oder Mittelfrequenzbereich und bei leichteren Hörverlusten – je stärker und höherfrequent der Hörverlust, desto schlechter ist die Prognose.

Ein Hörsturz ist ein so genannter Eilfall, aber kein Notfall. Ein Hörsturz sollte jedoch innerhalb von 24–48 Stunden von einem Arzt begutachtet und gegebenenfalls behandelt werden – am besten in einer HNO-Klinik. Danach sinken die Heilungschancen.

Leitbeschwerden

  • Plötzlich auftretende Schwerhörigkeit
  • Tinnitus
  • Oft Schwindel
  • Druck im Ohr, "Wattegefühl" im Ohr, taube Haut in der Umgebung des Ohrs.

Wann zum Arzt

Innerhalb der ersten zwei Tage, wenn der Verdacht auf Hörsturz vorliegt

Die Erkrankung

Im Gegensatz zur allmählichen Entwicklung der Altersschwerhörigkeit ist der Hörsturz ein plötzliches Ereignis, bei dem die Hörverschlechterung oder sogar Ertaubung binnen Sekunden bis Stunden eintritt. Fast immer ist nur ein Ohr betroffen. Die Hörverschlechterung betrifft häufig die hohen Töne (Hochtonverlust). Dem eigentlichen Hörverlust geht oft ein Druck- oder Wattegefühl im Ohr voraus. Ist das Gleichgewichtsorgan mitbetroffen, besteht auch Drehschwindel. Fast immer treten beim Hörsturz auch Ohrgeräusche (Tinnitus) auf. Untypisch sind dagegen Ohrenschmerzen.

Als Ursache für einen Hörsturz werden Durchblutungsstörungen im Innenohr angenommen, bedingt durch eine Verengung der Blutgefäße und/oder eine geminderte Fließfähigkeit des Bluts. Dies würde auch erklären, warum die Heilungschancen bei älteren Menschen oder Diabetikern in der Regel schlechter sind, da diese Personengruppen häufig unter Durchblutungsstörungen leiden. Auffällig ist, dass chronischer Stress das Auftreten eines Hörsturzes fördert. Entsprechend trifft der Hörsturz oft besonders aktive Menschen, die dazu neigen, sich und ihren Körper bis an die Grenzen zu fordern. Der konkrete psychosomatische Zusammenhang liegt aber noch im Dunkeln. Fast immer erholt sich die Hörfunktion des betroffenen Ohrs, nur in 25 % der Fälle bleibt ein Hörschaden zurück. Als ungebetener Gast bleibt aber in 50 % der Fälle ein Tinnitus zurück, der die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann.

Rückfälle haben eine wesentlich schlechtere Prognose.

Das macht der Arzt

Die Untersuchung beginnt mit einer Inspektion des Gehörgangs, um einen Ohrenschmalzpfropf auszuschließen. Anschließend bestimmt der Arzt den Hörverlust mit einem Tonaudiogramm. Dies wird nach 8 und 14 Tagen wiederholt, um die Erholung der Hörfunktion zu dokumentieren.

Das größte Problem bei der Hörsturzbehandlung ist, dass sich die Ursache der Erkrankung oft nicht eindeutig klären lässt. Eine gezielte Behandlung der Ursache ist dadurch meist nicht möglich. Bei mindestens 75 % der Patienten verbessern sich die Beschwerden spontan innerhalb von wenigen Stunden bis maximal 14 Tagen – die Datenlage ist hier jedoch nicht eindeutig. Diese hohe Spontanheilungsrate macht die evidenzbasierte (beweisgesicherte) Therapieentscheidung schwierig. In der gültigen Behandlungsleitlinie werden vier verschiedene Behandlungsverfahren diskutiert: durchblutungsfördernde Medikamente, Anti-Virenmittel, die hyperbare Sauerstofftherapie sowie Kortison. Das Kortison soll eventuell vorhandene Schwellungen oder Entzündungen abklingen lassen. Es wird über 10–15 Tage in abnehmender Dosierung eingenommen. Aufgrund unsicherer oder fehlender Studienlagen kann derzeit für keine der vier Therapieoptionen eine Empfehlung ausgesprochen werden.

Von den früher üblichen und teilweise immer noch eingesetzten Infusionen mit durchblutungsfördernder Hydroxyäthylstärke (z. B. HAES®) wird überwiegend abgeraten, da der Nutzen nicht gesichert ist und unter anderem monatelanger Juckreiz als Langzeitnebenwirkung drohen.

Die Hörsturz-Behandlung ist keine Kassenleistung: Sie wird deshalb als kostenpflichtige IGeL angeboten.

Selbsthilfe

Wie ein Hörsturz genau funktioniert, hat die Wissenschaft noch nicht verstanden, aber fast immer sind die Betroffenen – bildhaft gesprochen – mit Vollgas durchs Leben gefahren und auf einmal hat der für sie empfindlichste Teil des Gehirns seinen Dienst verweigert. Entscheidend ist, damit richtig umzugehen, und das heißt konkret die Wiederherstellung der Innenohrfunktion zu unterstützen, die Ausbildung eines Tinnitus zu unterbinden und Rückfälle zu verhindern.

Wiederherstellen der Hörfunktion Auch wenn Sie sich in den ersten Tagen nach dem Hörsturz nach unbedingter Ruhe sehnen, ist Stille eher ungünstig für das Ohr, denn sie fokussiert die Aufmerksamkeit des Gehirns auf die selbsterzeugten Signale (das Grundrauschen) und fördert somit einen späteren Tinnitus.

Lärmquellen abstellen. Auf der anderen Seite sollten Sie aber Lärmbelästigungen strikt meiden. Dies ist dann ein Problem, wenn Sie z. B. Kleinkinder zu versorgen haben, die auf dem Wickeltisch schreiend die Lärmspitzen eines Presslufthammers erreichen. Seien Sie hier konsequent und sorgen Sie für eine Aushilfe. Ersatzweise schaffen Lärmstöpsel (wie Oropax®), die es in jeder Apotheke gibt, vorübergehende Abhilfe. Zum Telefonieren sollten Sie das gesunde Ohr benutzen oder ein Headset mit Kopfhörer anschaffen, womit Sie eine einseitige Belastung des kranken Ohrs ebenfalls vermeiden. Und wenn es ansonsten ruhig ist, z. B. in der häuslichen Umgebung, ist leise Musik eine gute Sache. Manche Autoren empfehlen sogar bestimmte Komponisten wie z. B. Mozart, wobei man sich durchaus an persönlichen Vorlieben orientieren darf.

Neu hören lernen. Wenn Ihr Hörsturz ausgeprägt war, verändern sich die Signale, die das betroffene Innenohr Richtung Gehirn sendet, auf Dauer. Das können Sie leicht überprüfen, indem Sie den Telefonhörer während eines Telefonats abwechselnd an das gesunde und an das geschädigte Ohr halten – Sie werden merken, dass sich die Stimme am anderen Ende der Leitung unterschiedlich anhört. Damit hängt zusammen, dass sich möglicherweise Ihr räumliches Hören – also die Fähigkeit, eine Stimme zu orten, aber auch störende Geräusche (etwa telefonierende Kollegen im Büro) auszublenden – verschlechtert hat. Auch hier regeneriert sich das Ohr oder besser gesagt das Gehirn wieder, aber das dauert viel länger als die Rückkehr der reinen Hörleistung, nämlich 6–18 Monate. In diesen Monaten sollten Sie Ihre Ohren konsequent schützen. Wann Sie es genau schützen müssen, finden Sie selbst am besten heraus, indem Sie darauf achten, nach welchen „Stressoren“, wie die Ärzte sagen, Ihr Tinnitus stärker oder Ihre Lärmtoleranz noch geringer wird.

Tinnitus bekämpfen. Wenn Sie Ohrklingeln haben und es eventuell schon vor dem Hörsturz hatten (was ein schlechtes Zeichen ist), müssen Sie das sehr ernst nehmen. Aber eben nicht, indem Sie sich darauf konzentrieren, sondern indem Sie lernen, es wie ein lästiges Insekt zu ignorieren (wie das geht, ist bei der Selbsthilfe zum Thema Tinnitus erklärt).

Nicht bagatellisieren. Hörstürze werden von vielen verniedlicht, selbst Ärzte tendieren dazu, nach ein oder zwei Wochen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz, ins Büro oder zur Familie zu raten. Aus Sicht der Betroffenen ist das nicht ungefährlich: Ähnlich wie nach einem Herzinfarkt brauchen Sie auch nach einem Hörsturz Zeit, um Ihr Leben zu reorganisieren. Zeit für sich, die Prioritäten im Leben zu überdenken, aber auch Zeit fürs Gehirn und das betroffene Ohr, das richtige Hören wieder zu lernen. Lassen Sie sich krankschreiben und sorgen Sie am Arbeitsplatz (oder zu Hause) für mindestens vier Monate für Entlastung. Am besten ist es, wenn Sie dies mit dem Arbeitgeber offen besprechen.

Rückfälle verhindern. Ein knappes Drittel der Betroffenen erleidet wiederholt Hörstürze, entsprechend wichtig ist die konsequente Vorbeugung. An erster Stelle steht das Ausschalten aller bekannten Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen. Deshalb sollte jeder, der unter Bluthochdruck und/oder erhöhtem Cholesterinspiegel leidet, die von seinem Arzt empfohlenen medikamentösen und nicht medikamentösen Maßnahmen einhalten. Außerdem sollten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten und versuchen, Stress abzubauen. Auch regelmäßiger moderater Ausdauersport wie Joggen, Radfahren und Nordic Walking ist empfehlenswert.

Komplementärmedizin

Akupunktur und Homöopathie können eine Option sein, wenn wiederholt Hörstürze auftreten, als Akuttherapie können sie nach derzeitigem Erkenntnisstand jedoch nicht empfohlen werden.

Weiterführende Informationen

  • E. Biesinger; K. V. Greimel: Hörsturz und Tinnitus. Schnell verstehen und sofort richtig behandeln. Trias, 2003. Fasst auf ~ 100 Seiten alles Wissenswerte zu den medizinischen Hintergründen und den verschiedenen Behandlungsansätzen zusammen.
  • R.-G. Klomsdorff: Hörsturz – und danach? Asanger, 2004. Ratgeber für Betroffene und Fachleute.

Innenohrschwerhörigkeit, Gehörlosigkeit und Taubheit

Innenohrschwerhörigkeit (Schallempfindungsschwerhörigkeit, cochleäre Schwerhörigkeit): Schwerhörigkeit durch gestörte Schallempfindung. Die Ursachen für eine Innenohrschwerhörigkeit sind vielfach ungeklärt, z. B. bei der weit verbreiteten Altersschwerhörigkeit. Für einige Formen der Innenohrschwerhörigkeit gibt es jedoch bekannte Ursachen, allerdings ist deren exakte Zuordnung für den Arzt nicht immer einfach.

Davon abzugrenzen ist die Schallleitungsschwerhörigkeit (Mittelohrschwerhörigkeit) durch gestörte Schallleitung im äußeren Ohr oder Mittelohr (Diagnose).

Gehörlosigkeit (hochgradige Schwerhörigkeit, hochgradige Hörschädigung): Weitgehender Verlust des Gehörs. Obwohl 97 % der Gehörlosen noch über Restwahrnehmungen verfügen, die mit einem Hörgerät verstärkt werden können, spricht man von Gehörlosigkeit.

Taubheit: Vollständiger Verlust des Gehörs, keinerlei akustische Wahrnehmung mehr.

Leitbeschwerden

  • Allmählicher oder rascher Gehörverlust bzw. Fehlen des Gehörs
  • Säuglinge reagieren mit 3–6 Monaten nicht auf die Stimme der Mutter, später ist die Sprachentwicklung verzögert.

Die Erkrankung

Hinter dem HNO-ärztlichen Leitbefund „Innenohrschwerhörigkeit“ stecken verschiedene Erkrankungen:

  • Die chronische Lärmschwerhörigkeit gehört zu den häufigsten Formen beidseitiger Innenohrschwerhörigkeit. Auslöser ist eine langfristige Lärmbelastung, z. B. am Arbeitsplatz, aber zunehmend auch bei jüngeren Menschen durch laute Musik (Kopfhörer oder Disco). Entscheidend für das Auftreten einer Lärmschwerhörigkeit sind Lautstärke, Tonfrequenz (hohe Töne sind schädlicher als tiefe), Dauer der Lärmbelastung und persönliche Lärmempfindlichkeit. Zur Vorbeugung ist konsequenter Lärmschutz unerlässlich.
  • Ursachen für eine traumatische Innenohrschwerhörigkeit sind plötzlich eintretende direkte oder indirekte Verletzungen. Zu den direkten Verletzungen gehört z. B. ein Bruch des Felsenbeins, bei dem auch das darin gelegene Innenohr beschädigt werden kann. Zu indirekten Verletzungen des Innenohrs kommt es z. B. beim Knalltrauma, das durch eine kurze Schalldruckwelle (z. B. bei einer Explosion) ausgelöst wird, oder beim Barotrauma, das beim Tauchen oder Fliegen durch erheblichen Unterdruck im Mittelohr zu Schäden am Innenohr führen kann.
  • Bei etwa einem von tausend Neugeborenen ist eine vererbte Form von Schwerhörigkeit bereits bei der Geburt vorhanden (z. B. Usher-Syndrom). Weitere Formen der angeborenen Innenohrschwerhörigkeit entwickeln sich erst in den ersten Lebensjahren. Kindliche Innenohrschäden können aber auch während der Schwangerschaft (z. B. Alkoholmissbrauch oder Rötelnerkrankung der Mutter), während der Geburt (z. B. Zangengeburt) oder nach der Geburt (z. B. schwere Mittelohrentzündung) erworben werden (frühkindlich erworbene Innenohrschwerhörigkeit).
  • Ursachen für eine entzündlich bedingte Innenohrschwerhörigkeit (Labyrinthitis) sind Infektionen und andere entzündliche Prozesse des Innenohrs oder seiner Umgebung. Sie können auftreten, wenn Erreger über die Blutbahn zum Innenohr gelangen, z. B. als Folge von Borreliose, Mumps oder Masern. Auch eine akute oder chronische Mittelohrentzündung kann das Innenohr schädigen.
  • Einige Arzneimittel können bei hoher Dosierung und Langzeitgebrauch ototoxische (ohrschädigende) Nebenwirkungen haben und die Innenohrfunktionen beeinträchtigen (toxisch bedingte Innenohrschwerhörigkeit). So zerstören Aminoglykosid-Antibiotika, z. B. Gentamicin und Streptomycin die Sinneszellen des Hör- und Gleichgewichtsorgans. Dieser Effekt wird bei der Behandlung der Menière-Krankheit sogar therapeutisch genutzt. Auch gewerbliche Gifte (z. B. Nitrobenzolverbindungen in Lösungsmitteln oder Schwermetalle) oder Sucht- und Genussmittel (z. B. Alkohol oder Heroin) sind schädlich für das Innenohr.
  • Wenn sich die einseitige Schwerhörigkeit langsam verschlechtert und ein Tinnitus auftritt, liegt der Verdacht auf ein Akustikusneurinom nahe. Es handelt sich um einen gutartigen Tumor des Gehör- und Gleichgewichtsnervs. Im weiteren Verlauf finden sich unspezifischer Schwindel, Gangunsicherheit, Gesichtsschmerzen und eine einseitige Gesichtslähmung.

Das macht der Arzt

Bei erwachsenen Patienten stellt der HNO-Arzt das Ausmaß der Schwerhörigkeit mit Hilfe von Hörtests (Tonaudiogramm und Sprachaudiogramm) fest. In den meisten Fällen ist noch ein Resthörvermögen vorhanden, das mit Hörhilfen verstärkt werden kann. Bei vollständig Ertaubten kommt der Einsatz eines Cochlea-Implantats infrage, um dem Betroffenen wieder bzw. erstmals eine auditive Wahrnehmung zu ermöglichen.

Angeborene oder frühkindlich erworbene Formen. Leider wird eine von Geburt an vorliegende Taubheit häufig erst mit zwei Jahren erkannt, nämlich dann, wenn die Sprachentwicklung aus- oder zurückbleibt. Die Grundlagen für den Spracherwerb werden jedoch bereits in den ersten zwölf Monaten gelegt, wenn sich die Nervenbahnen im Gehirn ausbilden – daher ist eine frühe Erkennung wichtig. Einige Bundesländer (leider noch nicht alle) führen deshalb ein flächendeckendes Hörscreening von Neugeborenen als Vorsorgeuntersuchung durch. Mit objektiven Messverfahren wie otoakustischen Emissionen oder der Hirnstammaudiometrie können Ärzte selbst Neugeborene auf Schwerhörigkeit untersuchen, da sie auch ohne Mitarbeit des Patienten funktionieren.

Wird eine Schwerhörigkeit oder Taubheit bei Kleinkindern festgestellt, sollte ein Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen die Anpassung der Hörhilfen und die weitere Behandlung übernehmen. Bei einer beidseitigen Taubheit werden heutzutage oft schon vor dem zweiten Geburtstag Cochlea-Implantate eingesetzt.

Die Kosten von Cochlea-Implantaten übernehmen die Krankenkassen eigentlich komplett. Viele Kliniken haben jedoch ein begrenztes Budget und müssen sich entscheiden, ob sie lieber viele Patienten mit einem oder weniger Patienten mit zwei Implantaten versorgen. Daher erhalten nicht alle Patienten zwei Implantate bzw. nur dann, wenn sie sich besonders darum bemühen.

Weiterführende Informationen

  • www.schwerhoerigen-netz.de – Deutscher Schwerhörigenbund e. V., Berlin: Enthält einen guten und sehr ausführlichen Ratgeber (auch als CD bestellbar) sowie Adressen von Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland.
  • www.dcig.de – Deutsche Cochlea Implant Gesellschaft e. V., Illertissen: Mit Adressen von Selbsthilfegruppen und spezialisierten Kliniken. Weitere Informationen zur Verbandszeitschrift "Schnecke" finden sich unter www.schnecke-ci.de.
  • O. Fritsche; K. Kestner: Diagnose hörgeschädigt. Was Eltern hörgeschädigter Kinder wissen sollten. Karin Kestner Verlag, 2006. Empfohlen vom Bundesverband Deutscher Hörgeschädigtenpädagogen.
  • K.-F. und H. Hamann: Schwerhörigkeit und Hörgeräte. Zuckschwerdt, 2005. Behandelt die Anatomie des Ohrs, die Diagnose und Behandlung von Krankheiten, die zur Schwerhörigkeit führen, und die Versorgung mit Hörgeräten auf rund 100 Seiten – geht jedoch nicht sehr in die Tiefe.

Menière-Krankheit

Menière-Krankheit (Morbus Menière): Meist einseitig auftretende Erkrankung des Innenohrs mit anfallsartigen Beschwerden. Typisch für die Menière-Krankheit ist die Kombination von drei Beschwerdebildern: anfallsartiger, über Stunden anhaltender (Dreh-)Schwindel mit Übelkeit oder sogar Erbrechen, zeitweise auftretende Hörminderung (auch Doppelthören) und dauerhaft vorhandener, aber unterschiedlich intensiver Tinnitus. Die Krankheit gilt als „überdiagnostiziert“, weil die Diagnose oft zu unrecht auch bei anderen Formen von Schwindel gestellt wird.

Die Erkrankung

Verantwortlich für die Beschwerden ist vermutlich eine Druckerhöhung im Innenohr, ausgelöst durch eine Überproduktion und/oder einen geminderten Abtransport von Endolymphe. Dadurch kommt es zu ungünstigen Bedingungen für die Sinneszellen des Hör- und Gleichgewichtsorgans, die für die Hörminderung und Ohrgeräusche sorgen. Als Ursache für die Schwindelattacken wird ein druckbedingter Riss in der Reissner-Membran diskutiert; diese hauchdünne Wand trennt normalerweise die Endo- von der Perilymphe. Durch einen Riss könnten sich die Elektrolyte beider Lymphflüssigkeiten mischen und den Schwindel auslösen.

Der Krankheitsverlauf variiert individuell stark. Die Spannbreite reicht von wenigen Anfällen mit anschließender dauerhafter Beschwerdefreiheit bis hin zu immer stärker werdenden Anfällen mit zunehmender Schwerhörigkeit oder sogar Ertaubung (ausgebrannte Menière-Krankheit).

Das macht der Arzt

Die Diagnose wird vor allem aufgrund der Schilderungen des Patienten gestellt. Im Tonaudiogramm lässt sich im Anfangsstadium typischerweise ein Hörverlust bei tiefen Frequenzen nachweisen, später sind alle Frequenzen betroffen. Das Sprachverständnis ist im Vergleich überproportional stark gestört (Sprachaudiogramm).

Da die genauen Hintergründe der Menière-Krankheit unbekannt sind, existiert keine gezielte Therapie. Bei akuten Beschwerden stehen Bettruhe und Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (z. B. Dimenhydrinat in Vomex A®) oder gegen den Schwindel (z. B. Vertigo-Vomex®) im Mittelpunkt der Behandlung. Zur Anfallsprophylaxe empfehlen die medizinischen Fachgesellschaften die mehrmonatige Einnahme von Betahistin (z. B. in Vasomotal®), um den Endolymphdruck zu reduzieren. In den ersten Wochen klagen Patienten dabei mitunter über leichten Durchfall oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Bei schweren und häufigen Attacken (monatlich oder häufiger) verordnen Ärzte oft ein niedrig dosiertes Diuretikum (z. B. Hydrochlorothiazid und Triamteren in Dytide® H oder Furosemid in Lasix®). Beide medikamentösen Behandlungsansätze führen leider nicht immer zum gewünschten Erfolg.

Ein relativ neues Behandlungsverfahren ist die Betäubung des Gleichgewichtssinns in einer Labyrinthanästhesie. Durch einen kleinen Schnitt im Trommelfell gibt der Arzt ein Betäubungsmittel in die Paukenhöhle, das sich von dort in Richtung Innenohr ausbreitet und den Gleichgewichtssinn betäubt. Die (weitgehende) Ausschaltung des Gleichgewichtssinns reduziert für Jahre die Schwindelanfälle oder verhindert sie sogar völlig, bei Bedarf kann der Eingriff wiederholt werden.

Um die Schwindelanfälle zu stoppen, kommt in schweren Fällen alternativ eine Operation in Betracht, die nur in spezialisierten HNO-Kliniken durchgeführt wird. Bei der Sakkotomie entfernt der Operateur etwas Knochen um den Hautsack herum, der die Endolymphe enthält. So kann sich der Hautsack bei Bedarf dehnen und die gefürchteten Schwindelanfälle bleiben aus, oft verbessert sich dadurch auch das Hörvermögen oder es verschlechtert sich zumindest nicht weiter. In den letzten Jahren wurden die Erfolge dieses Eingriffs jedoch zunehmend angezweifelt.

Nur in seltenen Fällen werden weitere Schritte unternommen wie die absichtliche Zerstörung des Gleichgewichtsnervs. Dieser kann durch ototoxische Medikamente wie Gentamicin zerstört oder bei einer speziellen Operation, der Vestibularis-Neurektomie, durchtrennt werden. Wie eine aktuelle Studie zeigt, profitieren Patienten nach einer einseitigen Vestibularis-Neurektomie von der Einnahme von Betahistin. Dieses Medikament verkürzt die Erholungszeit nach dem Eingriff um mehr als einen Monat. Nachteil der Behandlungsmethoden: Das Fortschreiten der Erkrankung können sie nicht aufhalten. Bei beiden Verfahren droht durch den Eingriff eine weitere Hörverschlechterung oder sogar die Ertaubung.

Für die Betroffenen sind vor allem die überfallartig einsetzenden Schwindelanfälle belastend. Häufig ziehen sie sich aus dem sozialen Leben zurück und vereinsamen, da sie unterwegs oder in der Öffentlichkeit keinem Anfall ausgesetzt sein wollen. Eine psychologische Betreuung kann ihnen helfen, ihre Unsicherheit und Ängste in den Griff zu bekommen.

Selbsthilfe

Die beim Hörsturz gegebenen Empfehlungen beugen auch dem Fortschreiten der Menière-Krankheit vor.

In manchen Fällen hilft aus ungeklärten Gründen eine salzarme Diät, die Anzahl der Schwindelanfälle zu reduzieren.

Komplementärmedizin

Körpertraining. Zwar erholt sich nach einem akuten Menière-Anfall das Gleichgewichtssystem in der Regel wieder, nach häufigeren Anfällen bzw. in fortgeschrittenen Stadien gilt dies jedoch nur bedingt. Ein intensives Körpertraining, z. B. mit Feldenkrais-Übungen hilft, mögliche Ausfälle im Gleichgewichtsnetzwerk zu verbessern.

Allgemeine Informationen zu Feldenkrais.

Akupunktur. Es liegen Einzelbeobachtungen vor, wonach Häufigkeit und Intensität der Schwindelanfälle durch Akupunktur gelindert werden konnten.

Homöopathie. Eventuell kann innerhalb der Homöopathie eine individuell abgestimmte Konstitutionstherapie die Symptome lindern. Häufig eingesetzte homöopathische Mittel bei der Menière-Krankheit sind z. B. Acidum salicylicum, China, Sulfur oder Tabacum.

Entspannungsverfahren In den beschwerdefreien Phasen können Autogenes Training und andere Entspannungsverfahren mit dazu beitragen, die seelische Belastung durch die Krankheit und die Angst vor einem erneuten Anfall besser zu bewältigen.

Weiterführende Informationen

  • H. Schaaf: Morbus Menière. Springer, 2006. Psychosomatisch orientierter Leitfaden.
  • K.-F. Hamann: Schwindel. 150 Fragen und Antworten. Zuckschwerdt, 2005. Zeigt, welche Erkrankungen sich hinter der Beschwerde „Schwindel“ verbergen können und wie sie behandelt werden.

Ohrenschmalzpfropf

Ohr[en]schmalzpfropf (Cerumen obturans, Zeruminalpfropf): Teilweiser oder vollständiger Verschluss des äußeren Gehörgangs durch Ohrenschmalz, verbunden mit Hörminderung. Mögliche Ursachen sind eine übermäßige Ohrenschmalzproduktion, ein gestörter Selbstreinigungsmechanismus des äußeren Gehörgangs oder unsachgemäße Reinigung mit Wattestäbchen, bei der das Ohrenschmalz tief in den Gehörgang geschoben wurde.

Leitbeschwerden

  • Zunehmende oder abrupt auftretende Hörminderung
  • Druckgefühl im Ohr
  • Eventuell Ohrgeräusche und Schwindel.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn das Hören vermindert ist oder Druckgefühl auftritt

Die Erkrankung

Ist der Selbstreinigungsmechanismus des Ohrs gestört – meist durch unsachgemäße Säuberung mit Wattestäbchen –, bilden sich größere Ansammlungen von Ohrenschmalz. Sie vermischen sich mit Hautschuppen und von außen in das Ohr eingedrungenen Schmutz. Mit der Zeit entsteht daraus ein Pfropf, der den äußeren Gehörgang ganz oder teilweise verschließt und eine Hörminderung sowie ein Druckgefühl im Ohr bewirkt. Häufig quillt der Pfropf nach Wasserkontakt (z. B. nach dem Duschen oder Schwimmen) auf, sodass die Hörminderung vom Betroffenen als plötzliches Ereignis empfunden wird.

Enge Gehörgänge und die individuell unterschiedliche Konsistenz des Ohrenschmalzes begünstigen die Entstehung eines Pfropfs. Komplikationen wie eine Gehörgangentzündung sind selten.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht den äußeren Gehörgang und achtet dabei auf mögliche andere Verschlussursachen, z. B. Fremdkörper, Tumoren oder Hautschuppen. Anschließend entfernt er den Pfropf mit einem Sauger oder speziellen Häkchen oder durch eine Ohrspülung. Für die Ohrspülung setzt sich der Patient bequem hin, seine Kleidung wird durch ein wasserdichtes Abdecktuch geschützt. Der Arzt spült mit einer (stumpfen) Ohrspritze körperwarmes Wasser mit wenig Druck in den Gehörgang. Das Wasser und das gelöste Ohrenschmalz laufen in eine Nierenschale ab, die der Patient oder eine Assistentin unter das betreffende Ohr hält. Gegebenenfalls wird die Ohrspülung mehrmals wiederholt. Ein sehr harter Ohrenschmalzpfropf wird vor der Ohrspülung durch Ohrentropfen mit Wasserstoffperoxid oder Glycerin aufgeweicht. Zum Schluss prüft der Arzt den Behandlungserfolg durch eine erneute Untersuchung des Gehörgangs.

Von einer Selbstbehandlung mit Präparaten zum Erweichen und Ausspülen eines Ohrenschmalzpfropfs ist abzuraten. Zum einen können diese Gehörgang und Trommelfell verletzen, zum anderen sind eventuelle ernste Ursachen der Beschwerden für den Laien nicht erkennbar.

Vorsorge

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung eines Ohrenschmalzpfropfs ist die sachgemäße (ärztliche) Ohrreinigung. Vor allem: Vorsicht mit Wattestäbchen!

Otosklerose

Otosklerose (Otospongiose): Versteifung der Gehörknöchelchen, v. a. des Steigbügels am Übergang zum Innenohr. Infolge einer örtlich begrenzten Mineralstoffwechselstörung kommt es zur Verknöcherung und zunehmenden Unbeweglichkeit der Gehörknöchelchenkette. Das Hörvermögen verschlechtert sich durch die Schallleitungsschwerhörigkeit sukzessive bis hin zur Ertaubung, falls nicht rechtzeitig operiert wird.

Bei jedem Hundertsten lassen sich Verknöcherungen nachweisen, ein Großteil der Betroffenen verspürt jedoch nie die typischen Beschwerden.

Leitbeschwerden

  • Langsam zunehmende Schwerhörigkeit (anfangs einseitig)
  • Häufig Tinnitus, seltener Schwindel.

Die Erkrankung

Die Otosklerose beginnt meist auf einem Ohr mit einer langsam zunehmenden Schwerhörigkeit, später sind in etwa 70 % aller Fälle beide Ohren betroffen, jedoch meist unterschiedlich stark. Die Krankheit macht sich am häufigsten zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr bemerkbar und betrifft etwa doppelt so viele Frauen wie Männer. Die genauen Krankheitsursachen sind bisher ungeklärt. Als auslösender Faktor wird unter anderem eine örtliche Infektion mit dem Masernvirus diskutiert. Teilweise ist die Krankheit erblich. Des Weiteren rufen hormonelle Umstellungen (z. B. in der Schwangerschaft) eine schubartige Verschlechterung der Otosklerose hervor.

Das macht der Arzt

Der Arzt sichert die Diagnose – nach Inspektion des Trommelfells mit dem Mikroskop – anhand verschiedener Hörprüfungen, die ein charakteristisches Gesamtbild liefern. So zeigt sich z. B. im Tonaudiogramm typischerweise eine gestörte Schallleitung im mittleren bis hohen Frequenzbereich und im Sprachaudiogramm ein eingeschränktes Sprachverständnis. Speziell zum Nachweis einer unbeweglichen Gehörknöchelchenkette dient der Gellé-Versuch: Der Arzt setzt eine angeschlagene Stimmgabel auf die Schädelmitte und erhöht zugleich mit Hilfe eines Ballons den Druck im Gehörgang des betroffenen Ohrs. Dieser Überdruck schränkt beim Gesunden die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen ein, sodass der Ton leiser wird. Hört der Patient ihn dennoch in unveränderter Stärke, spricht dies für eine versteifte Gehörknöchelchenkette.

Eine ursächliche Behandlung der Otosklerose ist bisher nicht bekannt, die resultierende Schwerhörigkeit kann aber durch eine Operation erfolgreich gemindert werden. Dabei wird der Steigbügel teilweise oder ganz durch eine Steigbügelprothese (Stapesplastik) ersetzt, sodass der Schall wieder weitergeleitet werden kann. Der Eingriff ist unter Lokalanästhesie oder Vollnarkose möglich und bringt üblicherweise einen kurzen Klinikaufenthalt (3–5 Tage) mit sich. Die häufigste Komplikation ist Schwindel, ausgelöst durch ein schlecht sitzendes Implantat. Nach etwa 4–6 Wochen ist die Prothese vollständig eingeheilt und das Hörvermögen bessert sich in der Regel deutlich. Statt der Operation kann auch ein Hörgerät angepasst werden.

Tinnitus

Tinnitus (Ohrgeräusch, Ohrklingeln): Wahrnehmung von Geräuschen ohne Schallquelle. Immerhin ein Drittel der Erwachsenen in den Industrieländern haben zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens mindestens einmal eine tage- bis wochenlange Phase eines akuten Tinnitus – Ohrgeräusche sind also praktisch eine Volkskrankheit. Bei 3 Millionen Patienten sind sie in einen chronischen Tinnitus übergegangen. Von einem chronischen Tinnitus spricht man, wenn die Ohrgeräusche länger als drei Monate anhalten. Viele Betroffene fühlen sich in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt, 400 000 Menschen in Deutschland sind durch Ohrgeräusche derart belastet, dass sie unter Schlafstörungen, Depressionen und Angstzuständen leiden.

Leitbeschwerden

  • Auftreten von Geräuschen unterschiedlicher Klangqualität: am häufigsten hochfrequentes Pfeifen, Rauschen oder Summen; seltener Zischen, Piepsen, Sausen oder Brummen
  • Häufig gleichzeitig Schwerhörigkeit
  • Vor allem in der Stille (z. B. nachts) wahrnehmbar.

Die Erkrankung

Tinnitus ist eigentlich keine Erkrankung, sondern nur ein Symptom, das von vielen verschiedenen Grunderkrankungen ausgelöst werden kann. Häufig liegt eine Funktionsstörung im Hörsystem zugrunde, ein Anzeichen dafür ist ein gleichzeitiger Hörverlust. Fast die Hälfte der Tinnitus-Betroffenen haben zusätzlich auch eine Hörminderung. Mögliche Ursachen sind neben dauerhafter und akuter Lärmeinwirkung (laute Musik, aber auch Knalltraumata), ein Hörsturz und andere Erkrankungen des Mittel- oder Innenohrs. Auch Erkrankungen der Halswirbelsäule, Störungen des Kaumuskelsystems, Verspannungen in der Kiefer- und Nackenmuskulatur sowie generell Stoffwechsel- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen können einen Tinnitus auslösen und unterhalten. Auch eine Kiefergelenksfehlstellung – die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) – ist in manchen Fällen die Ursache. In etwa 70 % klingt der Tinnitus innerhalb von zwei Monaten ab. Die Symptomatik verschwindet also von selbst wieder, auch ohne Therapie. Von daher ist zwar die Besorgnis der Betroffenen über das plötzliche Geräusch oder den Ton gut zu verstehen, aber von medizinischer Seite handelt es sich in seltenen Fällen um eine schlimme Erkrankung.

Betroffene schildern oft, dass Tinnitus im zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit seelischen, aber auch körperlichen Belastungen auftritt. Auch seine Tonhöhe und Intensität verändern sich oft mit dem Stressniveau: Gibt es im Alltag eine Belastungsspitze, wird der Tinnitus hochfrequent und laut. Stehen Urlaub und Entspannung an, so klingt er tiefer und wird leiser. Häufig wird sogar ein einzelnes traumatisches Ereignis als Auslöser beschrieben. Angstzustände und depressive Verstimmungen können die Symptomatik weiter verstärken. Schließlich können gelegentlich auch bestimmte Medikamente Ohrgeräusche auslösen. Chininhaltigen Erfrischungsgetränken schreibt man ebenfalls eine Tinnitus auslösende Wirkung zu.

Bei vielen Ohrgeräuschen lassen sich jedoch keine Schäden am Ohr nachweisen. Das legt den Schluss nahe, dass Tinnitus in Regionen entsteht, die an der Geräuschweiterleitung und -verarbeitung beteiligt sind.

Tritt ein Tinnitus zusammen mit einer sich zunehmend einseitig verschlechternden Hörfähigkeit auf, muss der Arzt an ein Akustikusneurinom denken. Der Tinnitus schwindet mit zunehmender Ertaubung.

Das macht der Arzt

Die Tinnitusbehandlung ist so vielfältig wie die möglichen Ursachen, und die Diagnose ist teilweise sehr komplex, da viele Grunderkrankungen infrage kommen. In der Regel werden Hörprüfungen durchgeführt, um etwaige Einschränkungen des Hörvermögens genau zu erfassen. Zudem gibt das Gespräch mit dem Patienten wichtige Hinweise über mögliche Auslöser wie Stress oder Lärm. Anschließend können Untersuchungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels oder der Halswirbelsäule hinzukommen.

Die Behandlung ist stark vom Einzelfall abhängig und erfordert vom Arzt eine sorgfältige Prüfung der verschiedenen Therapieoptionen. Die Spontanheilung, d. h. die Rückbildung sämtlicher Symptome ohne Therapie, liegt bei 70 %. Eine klare, eindeutig wirksame Behandlung existiert bisher nicht – aufgrund der hohen Spontanheilungsrate lässt sich die Wirksamkeit einzelner Verfahren nur schlecht belegen.

Akuter Tinnitus. Folgende Standardverfahren können beim akuten Tinnitus sowohl gleichzeitig als auch aufeinanderfolgend eingesetzt werden. Sie führen in der Mehrzahl der Fälle zu einer Verbesserung, häufig zum völligen Verschwinden des Ohrgeräuschs:

  • Viele Patienten durchlaufen zunächst eine ambulante Infusionstherapie für etwa 5–10 Tage jeweils 2–4 Stunden pro Tag. Sie soll die Durchblutung des Innenohrs verbessern, Durchblutungsstörungen beseitigen und die Heilung beschleunigen. Eingesetzt werden durchblutungsfördernde Wirkstoffe wie Pentoxifyllin (z. B. Trental®) oder Hydroxyäthylstärke (z. B. HAES®) sowie Lidocain – letzteres blockiert die Weiterleitung von Nervenimpulsen und sorgt dafür, dass sich die Sinneszellen erholen können. Bei starken Hörverlusten über alle Frequenzen und beim Einsatz von Lidocain erfolgt die Behandlung stationär. Denn zum einen sind längere Infusionsdauern nötig, zum anderen werden die Patienten beobachtet, denn Lidocain kann die Erregungsweiterleitung im Herz stören.
  • Um Ursachen wie Entzündungen oder Schwellungen zu behandeln, bietet sich eine 10- bis 15-tägige Behandlung mit Kortison in absteigender Dosierung an, beginnend z. B. als hoch dosierte Spritze oder Infusion, dann ab dem 3.–5. Tag in Tablettenform.
  • Bei Problemen der Halswirbelsäule hilft eine manualmedizinische Untersuchung und Behandlung (z. B. beim Orthopäden oder beim Chiropraktiker).
  • Beim akuten Tinnitus wird eine hyperbare Sauerstofftherapie in der Druckkammer empfohlen. Innerhalb der ersten neun Wochen sind die Erfolge am deutlichsten: 15 % der akuten Tinnituspatienten erleben eine Verbesserung, 70 % bleiben unverändert und 15 % werden schlechter. Die Kosten werden von den Krankenversicherungen normalerweise nicht übernommen.

Begleitend erfolgt immer, wenn möglich, eine Behandlung der Grunderkrankung.

Chronischer Tinnitus. Beim chronischen Tinnitus ist das primäre Therapieziel die Linderung der Symptome, da eine vollständige Beseitigung des Ohrgeräuschs nur selten möglich ist. Neben zahlreichen Selbsthilfemaßnahmen stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Akustische Überdeckung des störenden Ohrgeräuschs durch einen Tinnitusmasker. Dieses Gerät sieht aus wie ein Hörgerät. Durch ein fest definiertes Rauschen, das ein Hörgeräteakustiker einstellt, nimmt der Patient seinen eigenen Tinnitus nicht mehr wahr. Es hilft durchaus – wenn man es vorübergehend nicht mehr benutzt, treten die Ohrgeräusche jedoch umso störender auf. Der Tinnitusmasker kann auch nachts getragen werden.
  • Im Rahmen einer Tinnitus-Retrainingstherapie sollen das Ohr und das Gehirn (wieder) lernen, störende Geräusche auszufiltern. Dazu wird ein Tinnitusnoiser eingesetzt, der ein zweites Rauschen erzeugt, das den Tinnitus aber nicht überdeckt. Wenn sich der Patient auf das neue Geräusch konzentrieren kann, lernt er zugleich, die eigenen dauerhaften Ohrgeräusche auszublenden bzw. nicht mehr als störend wahrzunehmen. Diese Behandlung dauert mehrere Monate und beinhaltet eine intensive psychologische Beratung. Obwohl das Tinnitus-Retraining gute Erfolge zeigt, übernehmen es die gesetzlichen Krankenkassen nicht als Regelleistung – ob und welche Kosten sie im Einzelfall erstatten, sollte daher vor Behandlungsbeginn geklärt werden.
  • Hyperbare Sauerstofftherapie. Wenn sich der Tinnitus hartnäckig hält, ist die Druckkammer einen Versuch wert. Es gibt zwar wenig Daten zu dieser Therapieform, aber Erfahrungsberichten zufolge nimmt bei einigen Patienten zumindest die Stärke der Beschwerden ab.

Selbsthilfe

Der Tinnitus ist kein Notfall, aber durchaus ein Eilfall, denn die Patienten werden durch dieses Symptom sehr verunsichert. Manchmal löst sich das Problem auch durch eine große Portion Schlaf (lassen Sie sich gegebenenfalls ein Schlafmittel verordnen), und anschließendes etwas „Kürzertreten“. Tritt der Tinnitus als einziges Symptom auf (also nicht im Rahmen eines Hörsturzes, einer Menière-Krankheit oder einer sonst nachweisbaren Erkrankung), weiß die Wissenschaft noch nicht viel über das Problem. Einige Beobachtungen legen den Schluss nahe, dass es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, deren Sitz in der Hörrinde des Schläfenlappens im Gehirn liegt. Es ist zwar durchaus möglich, dass der Tinnitus bleibt, allerdings muss man einräumen, dass sich auch noch nach Jahren chronische Probleme zum Positiven hin ändern können.

Selbstbehandlung und Komplementärmedizin haben vor allem beim chronischen Tinnitus ihren Platz, sie wirken jedoch auch bei akuten Ohrgeräuschen unterstützend:

Akuter Tinnitus. Vermeiden Sie jeden Stress und lassen Sie sich z. B. für einige Tage krankschreiben. Haben Sie öfters Tinnitusepisoden, sollten Sie versuchen, eine Entspannungstechnik oder bestimmte Entspannungsübungen zu erlernen, um den Stress besser abzubauen (z. B. Autogenes Training).

Chronifizierung verhindern Je öfter Sie Tinnitusepisoden haben, desto eher droht Ihr Tinnitus zum Dauerproblem zu werden. Versuchen Sie herauszufinden, welche Faktoren Tinnitusepisoden hervorrufen. Das können Überforderungssituationen im Job sein, aber auch Verkehrsgeräusche, die nachts den Schlaf unterbrechen, ungelöste finanzielle Probleme oder familiäre Schwierigkeiten. Das Leben ist nicht dauerhaft ohne Stress zu haben, deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Stressoren genau Ihr Problem sind. Und scheuen Sie dann keinen Aufwand, Ihre „Tinnitus-Provokateure“ auszuschalten. Egal, ob ein Arbeitsplatzwechsel, eine Erziehungsberatung oder ein Wohnungswechsel erforderlich sind – tun Sie, was zu tun ist, damit Sie nicht für Jahre und Jahrzehnte unter einem chronischen Tinnitus leiden.

Lärm. Wenn Ihr Arbeitsplatz durch Lärm und Lärmspitzen geprägt ist (z. B. in Abfüllanlagen oder in der Holz- und Metallverarbeitung), sollten Sie mit dem Betriebsarzt offen über Ihr Problem reden. Zumindest bei hochfrequenten Belastungen helfen spezielle Lärmstöpsel und -schutzkapseln. Problematisch ist übrigens auch das Violinespielen – wenn Ihr Tinnitus linksseitig ist, sollten Sie grundsätzlich einen Lärmstöpsel beim Spielen einsetzen. Noch besser sind individuell vom Hörgeräteakustiker nach einem abgeformten Modell angepasste Lärmstöpsel, diese bringen bis zu 25 dB Lärmreduktion.

Selbstverständlich sollte sein, dass Sie nicht notwendige Lärmspitzenbelastungen wie Popkonzerte und Bierzeltfeste meiden – oder eben Lärmstöpsel tragen (wobei diese, wenn sie wirksam sind, die Verständigung deutlich erschweren).

Fokus weg vom Tinnitus. Lenken Sie sich akustisch von Ihrem Tinnitus ab, und versuchen Sie, sich auf andere Geräusche zu konzentrieren. Besonders geeignet sind gleichförmige Hintergrundgeräusche wie sie z. B. ein tickender Wecker, ein Zimmerspringbrunnen oder ein eingeschalteter Computer produzieren.

Um einen bildhaften Vergleich zu wählen: Betrachten Sie den Tinnitus als lästige Mücke, die nachts in Ihrem Schlafzimmer herumfliegt, aber bei Licht unauffindbar bleibt. Die einzige Chance wieder einzuschlafen, besteht darin, die Decke über beide Ohren zu ziehen und an andere Dinge zu denken, Ihre innere Aufmerksamkeit also wegzulenken vom Störfaktor Mücke. Genauso liegt der Fall beim Tinnitus: Nur wenn Sie ihn innerlich loslassen können, werden Sie ihn besiegen. Konzentrieren Sie sich jedoch auf ihn, reden Sie über ihn, denken Sie auch im Wachzustand an ihn – so haben Sie den Kampf schon verloren. Viele Menschen haben mit dieser Ablenkungsmethode Erfolg. Bei sehr lauten Ohrgeräuschen oder -tönen funktioniert sie jedoch erfahrungsgemäß nur noch bedingt.

Rückzug vermeiden. Ziehen Sie sich nicht zurück und machen Sie Tinnitus nicht zu Ihrem Lebensmittelpunkt. Bemühen Sie sich um positives Denken und pflegen Sie Ihren Freundeskreis sowie Ihre familiären Beziehungen.

Genussmittel. Finden Sie heraus, ob Ihr Gehör unter Nikotin, Koffein oder Alkohol leidet. Der Tinnitus ist da für viele ein ehrliches Barometer. Und wenn es ausschlägt: Reduzieren Sie das entsprechende Genussmittel radikal.

Sport. Körperliche Bewegung tut gut, auch wenn der Tinnitus direkt nach dem Sport erst einmal etwas intensiver werden kann. Vor allem moderater Ausdauersport hilft, Stress abzubauen und den Tinnitus damit langfristig zu reduzieren.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Ob durchblutungsfördernde Heilpflanzen, allen voran Ginkgo (z. B. Kaveri® forte), bei Tinnitus helfen, ist umstritten. Manche Experten zweifeln die Aussagekraft von Studien generell an, nach denen die regelmäßige Einnahme von Gingko-Extrakten sich günstig auf einen chronischen Tinnitus auswirkt. [G03; G04]

Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga oder Tai Chi helfen, Stress abzubauen bzw. besser mit stressbelastenden Situationen umzugehen, und haben deshalb ihren festen Platz als begleitende Maßnahme in der Tinnitustherapie. Einen direkten Einfluss auf die Intensität des Tinnitus scheinen sie aber nicht zu haben.

Akupunktur kann die Tinnitusbehandlung unterstützen, obwohl nicht geklärt ist, ob die Akupunktur selbst heilsam wirkt oder ob die Betroffenen vom entspannenden Effekt profitieren.

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt als Begleitmaßnahme eine individuell abgestimmte Konstitutionstherapie. Häufig eingesetzte Homöopathika bei Tinnitus sind z. B. Calcium carbonicum, Calcium sulfuratum, Coffea, Kalium carbonicum oder Phosphorus.

Biofeedback. Chronischen Tinnitus mithilfe von Biofeedback zu lindern, ist einen Versuch wert, auch wenn Studien zur Wirksamkeit für diese Indikation bislang nicht eindeutig positiv verlaufen sind.

Musiktherapie. Im Deutschen Zentrum für Musiktherapie (DZM) wurde ein Therapiemodell entwickelt, das bei 80 % der Patienten anschlägt. Durch gezielte Übungen mit Musik lernen sie, bewusst Kontrolle über den Ohrton auszuüben. Neuesten Erkenntnissen zufolge profitieren die Patienten auch langfristig: So nahmen bei ihnen innerhalb von drei Jahren die Ohrgeräusche um durchschnittlich 20 Prozent ab. Selbst Patienten mit sehr starkem Tinnitus sprachen derart gut auf die Musiktherapie an, dass sie mittlerweile nur noch mit leichten Ohrgeräuschen zu kämpfen haben.

Weiterführende Informationen

  • E. Biesinger; K. V. Greimel: Hörsturz und Tinnitus. Schnell verstehen und sofort richtig behandeln. Trias, 2003. Fasst alles Wissenswerte zu den medizinischen Hintergründen und den verschiedenen Behandlungsansätzen zusammen.
  • U. H. Ross: Tinnitus. So finden Sie wieder Ruhe. Gräfe & Unzer, 2006. Empfohlen von der Deutschen Tinnitusliga. Im Fokus stehen die psychischen und emotionalen Seiten, die medizinischen Hintergründe stehen aber nicht aus.
  • F. E. Callies: Der Tinnitus Helfer. Retraining Therapie: Die neue Form der Selbsthilfe. Humboldt, 2004. Umfangreiche Anleitung zur Selbsthilfe, jedoch nur knappe Beschreibung des Tinnitus-Retrainings. Mit dem beigelegten Windows-Programm können Betroffene selbst ein Vorder- und ein Hintergrundgeräusch kombinieren und so üben, den Tinnitus auszublenden.

Trommelfellverletzung

Trommelfellverletzung (traumatische Trommelfellperforation, Trommelfellruptur): Verletzung des Trommelfells, meist durch direkte oder indirekte äußere Gewalteinwirkung, selten durch eine Mittelohrentzündung verursacht. Eine Trommelfellverletzung verheilt meistens ohne bleibende Folgen von selbst.

Leitbeschwerden

  • Stechende Schmerzen im betroffenen Ohr
  • Plötzliche Hörverschlechterung
  • Hohles oder taubes Gefühl im Ohr
  • Eventuell Blutaustritt aus dem Gehörgang
  • Eventuell Schwindel und Tinnitus.

Wann zum Arzt

Sofort, wenn sich das Gehör plötzlich verschlechtert oder Schmerzen auftreten

Die Erkrankung

Indirekte Trommelfellverletzungen entstehen meistens durch Druckerhöhungen, z. B. bei einer Ohrfeige, einem Kopfsprung ins Wasser oder dem Abfeuern von Knallkörpern direkt neben dem Ohr. Sie sind häufiger als direkte Trommelfellverletzungen, die z. B. durch unsachgemäße Ohrreinigung mit Wattestäbchen entstehen. Bei starker Gewalteinwirkung können auch Mittel- oder Innenohr Schaden nehmen, erkennbar an Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit oder einer Gesichtslähmung.

Auch ein Barotrauma (Barootitis, Aerootitis) beim Abstieg während des Tauchens oder bei der Landung eines Flugzeugs kann das Trommelfell beschädigen. Mangelnder Druckausgleich führt zu einem Unterdruck im Mittelohr, wodurch das Trommelfell in das Mittelohr eingesogen wird und schlimmstenfalls reißt. Meistens verhindert in dem Fall ein Erkältungsschnupfen den Druckausgleich.

Die häufigste Komplikation einer Trommelfellverletzung ist eine Infektion des Mittelohrs durch über den Gehörgang eindringende Bakterien (akute Mittelohrentzündung). Warnhinweise dafür sind zunehmende Ohrenschmerzen und/oder der Austritt von eitrigem Sekret aus dem Ohr.

Das macht der Arzt

Eine Trommelfellverletzung erkennt der Arzt sofort beim Blick in den Gehörgang, dabei sieht er auch, ob sich bereits eine Mittelohrentzündung entwickelt hat. Zusätzlich erfolgen Hörprüfungen und Gleichgewichtsuntersuchungen, um das Ausmaß der Hörminderung und eventuelle zusätzliche Schäden in Mittel- oder Innenohr zu beurteilen. Das Trommelfell weist ein hohes Selbstheilungsvermögen auf, kleine Risse schließen sich in aller Regel binnen weniger Tage bis Wochen von selbst.

Wenn es nicht von selbst heilt, deckt der Arzt den Defekt mit einer Folie ab (Trommelfellschienung) – häufig kommt es dadurch zum spontanen Verschluss. Wenn die Verletzung nach 2–3 Wochen noch besteht, muss das Trommelfell operativ mit Muskel- oder Knorpelhaut verschlossen werden (Myringoplastik). Bei größeren Verletzungen mit Beteiligung der Gehörknöchelchenkette ist der Eingriff aufwendiger, weil dann auch diese Strukturen operativ wiederhergestellt werden müssen (Tympanoplastik). Nach der Operation legt der Arzt eine Tamponade in den Gehörgang ein, die Verschmutzungen und Infektionen verhindert.

Selbsthilfe

Das betroffene Ohr muss vor Wasser, Seife und Shampoo geschützt werden. Daher sollte es während der Heilungsphase beim Waschen so weit wie möglich wasserdicht abgeschlossen werden (z. B. mit fettsalbengetränkter und dadurch wasserabweisender Watte).

Abschwellende Nasentropfen verbessern die Belüftung des Mittelohrs und fördern so den Heilungsprozess. Die Anwendung erfolgt wie bei der Selbstbehandlung der akuten Mittelohrentzündung beschrieben.

Ohrentropfen oder -spülungen sind eine Gefahr für das Innenohr und daher bei einem Trommelfellriss verboten.

Vorsorge

In den empfindlichen Gehörgang sollte prinzipiell nichts hineingesteckt werden. Auch Wattestäbchen sind nicht zur Reinigung tieferer Bereiche geeignet. Wenn Sie mit Knallkörpern oder Waffen arbeiten oder an Sprengarbeiten beteiligt sind, sollten Sie den Gehörschutz ernst nehmen.

Stellen Sie vor jedem Tauchgang oder vor Flugreisen sicher, dass der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Nasenrachen funktioniert. Eine einfache Möglichkeit, um den Druckausgleich gezielt herbeizuführen, ist das bereits seit dem 17. Jahrhundert bekannte Valsalva-Manöver: Schlucken Sie und versuchen Sie dann bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase auszuatmen. Dabei sollte es zu einem Druckausgleich über die Ohrtrompete kommen. Ein intaktes Trommelfell wölbt sich währenddessen nach außen, bei einem Defekt findet der Druckausgleich über den Gehörgang statt. Diese Technik hilft auch bei Unterdruck im Mittelohr, z. B. bei Flügen oder Seilbahnfahrten. Taucher passen sich damit an den Wasserdruck in größeren Tiefen an, um ein Barotrauma zu vermeiden.

Das Valsalva-Manöver kann auch bei Herzrasen (supraventrikuläre Tachykardie) hilfreich sein: Da der Druck im Brustraum steigt, strömt weniger venöses Blut in die rechte Herzkammer zurück und die Herzaktion verlangsamt sich.

Tubenbelüftungsstörung und Paukenerguss

Tubenbelüftungsstörung: Belüftungsstörung des Mittelohrs, die ein- oder beidseitig auftritt und zu Paukenergüssen führen kann.

Paukenerguss: Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, die eine Hörminderung verursacht.

Eine Tubenbelüftungsstörung kann grundsätzlich in jedem Lebensalter im Zusammenhang mit Schnupfen auftreten, am häufigsten jedoch bei Kindern zwischen 3 und 7 Jahren mit vergrößerten Rachenmandeln, so genannten Polypen.

Leitbeschwerden

  • Ein- oder beidseitige Hörminderung
  • Knacken, Druck und stechender Schmerz im Ohr
  • Bei Erkältungen: entsprechende Begleitsymptomatik wie Fieber, Schnupfen und beeinträchtigtes Allgemeinbefinden.

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn Ohrenschmerzen oder eine Hörminderung auftreten

Die Erkrankung

Bei Kindern von drei bis sieben Jahren stören vergrößerte Rachenmandeln häufig den Tubenöffnungsmechanismus und beeinträchtigen die Belüftung des Mittelohrs. Kinder von rauchenden Eltern sind weitaus häufiger betroffen. Bei länger andauernden Tubenbelüftungsstörungen verändert sich die Mittelohrschleimhaut und sondert Schleim ins Mittelohr ab. Diese Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr behindert die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen und damit auch die Schallübertragung. Da sich die Kinder der betroffenen Altersklasse in einer wichtigen Phase der Sprachentwicklung befinden, ist eine zügige Behandlung notwendig, um Entwicklungsverzögerungen zu vermeiden.

Bei Erwachsenen. Tritt der Paukenerguss im Zusammenhang mit einer Erkältung beim Erwachsenen auf, handelt es sich um ein vorübergehendes Problem, bedingt durch geschwollene Schleimhaut in der Umgebung der Ohrtrompete. Man spricht dann auch von einem Tubenkatarrh. Die Schwerhörigkeit bildet sich unter medikamentöser Behandlung rasch zurück. Tubenbelüftungsstörungen können Vorläufer einer akuten Mittelohrentzündung sein, wenn Bakterien über die Ohrtrompete zum Mittelohr vordringen.

Wenn Tubenbelüftungsstörungen im Erwachsenenalter einseitig und ohne zeitlichen Zusammenhang mit einem Schnupfen auftreten, weisen sie möglicherweise auf einen Tumor im Nasenrachenraum hin. Der Zusammenhang ist ähnlich wie bei den kindlichen Rachenmandeln: Der Tubenöffnungsmechanismus ist verlegt, dadurch wird die Mittelohrbelüftung gestört – in der Folge entsteht ein Paukenerguss mit Schwerhörigkeit.

Das macht der Arzt

Bei der Ohrmikroskopie zeigt sich in der Regel eine Einziehung des Trommelfells durch den Unterdruck im Mittelohr. Bei einem Paukenerguss erkennt der Arzt auch bernsteinfarbene Flüssigkeit hinter dem Trommelfell. Mit einem Tonaudiogramm ermittelt er den Grad der Schwerhörigkeit.

Bei Tubenbelüftungsstörungen mit Paukenerguss im Kindesalter wartet der Arzt bei normal hörenden und ansonsten gesunden Kindern zunächst drei Monate ab, ob sich der Erguss von alleine zurückbildet. Ob abschwellende Nasentropfen oder schleimlösende Medikamente (ACC®, Fluimucil®) beschleunigend wirken, ist umstritten. Zu einer Operation ist zu raten, wenn eine Schwerhörigkeit dazukommt, die innerhalb von zwei Monaten nicht verschwindet. Bei der ambulanten Operation wird nach einem Trommelfellschnitt der Erguss abgesaugt, was sofort zu einem normalen Hörvermögen führt. Eventuell wird in den Schnitt ein kleines Röhrchen eingelegt (Paukendrainage), um das Trommelfell offenzuhalten, damit die Belüftung des Mittelohrs von außen so lange sichergestellt ist, bis die normale Tubenbelüftung wieder funktioniert. Auf jeden Fall werden in der gleichen Operation auch die Rachenmandeln entfernt, um den Tubeneingang frei zu machen.

Im Rahmen von Erkältungen auftretende Tubenbelüftungsstörungen werden oft mit abschwellenden Nasentropfen und schleimlösenden Substanzen behandelt – beide wirken wissenschaftlichen Studien zufolge jedoch nicht immer. In seltenen Fällen ist auch hier ein Trommelfellschnitt notwendig.

Ist die Tubenbelüftungsstörung bzw. der Paukenerguss durch einen Tumor im Nasenrachenraum bedingt, wird zur Entlastung des Ergusses eine Paukendrainage durchgeführt, damit der Erguss kontinuierlich abfließt. Gleichzeitig muss natürlich der Tumor behandelt werden.

Selbsthilfe

Hat ein Schnupfen die Beschwerden ausgelöst, ist es oft möglich, die zugeschwollene Öffnung der Ohrtrompete mit Nasentropfen zum Abschwellen zu bringen. Diese träufeln Sie am besten im Liegen bei weit zurückgeneigtem Kopf in die Nase; so fließt der Wirkstoff gut in den Nasenrachenraum ab und erreicht die Ohrtrompete. Wegen der Gefahr der Gewöhnung und der Schädigung der Nasenschleimhaut sollten Sie die Nasentropfen nicht länger als fünf Tage einsetzen.

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