Zähne und Kiefer


Hintergrundwissen Mund, Zähne und Kiefer

Angst vor dem Zahnarzt

Als angenehm empfindet wahrscheinlich niemand die Behandlung beim Zahnarzt – spätestens dann nicht mehr, wenn Bohrer oder Spritze zum Einsatz kommen. Etwa 10–15 % der Menschen haben so starke Angst, dass ihnen während der Behandlung der Schweiß ausbricht, sie zittern und schon vorher unkonzentriert sind und schlecht schlafen. Meistens hatten sie einmal ein unangenehmes oder traumatisches Erlebnis beim Zahnarzt.

Diese Zahnarztphobie führt häufig zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten der Patienten, teilweise suchen sie viele Jahre oder sogar Jahrzehnte keine Zahnarztpraxis auf. Die meisten Zahnprobleme werden jedoch umso schlimmer, je länger sie unbehandelt bleiben. Viele Zahnärzte sind sich heutzutage des Problems bewusst und nehmen Rücksicht auf Angstpatienten. So bieten viele Praxen besondere Maßnahmen vor der Behandlung an (z. B. Hypnose oder Akupunktur), die Schmerzen und Ängste mindern. Manche Zahnärzte behandeln Patienten, die Angst vor Spritzen haben, auch ohne Betäubung oder setzen Lachgas ein. Im Extremfall, aber nur, wenn wirklich nichts anderes hilft, ist auch eine Behandlung unter Vollnarkose möglich.

Weisen Sie Ihren Zahnarzt am besten darauf hin, wenn Sie Angst vor dem Bohrgeräusch oder der Spritze haben. Die meisten Ärzte zeigen dafür Verständnis und versuchen dann, die Behandlung bei Ihnen möglichst schonend durchzuführen. Bekannte oder Verwandte können oft einen besonders rücksichtsvollen Arzt empfehlen.

Das homöopathische Mittel der Wahl gegen Zahnarztangst ist Argentum nitricum. Es lindert Nervosität und Erwartungsängste. Überdrehten Patienten hilft Gelsemium zur Ruhe zu kommen. Fürchten Patienten vor allem die Nähe und Berührungen beim Zahnarzt, empfiehlt sich Arnica montana. Theridion kommt zum Einsatz, wenn Patienten besonders empfindsam auf die Geräusche und Erschütterungen beim Zahnarzt reagieren.

Weiterführende Informationen

  • www.zahnarzt-angst-hilfe.de – Private Internetseite, Talheim: Der Austausch zwischen Betroffenen in Forum und Gästebuch läuft bereits gut, andere Teilbereiche der Internetseite sind noch im Aufbau.

Aufbau und Funktion der Zähne

Das Gebiss von Erwachsenen besteht aus je 16 Zähnen im Ober- und Unterkiefer, also insgesamt 32 Zähnen. Anhand ihrer Funktion und Position im Gebiss werden vier verschiedene Zahntypen unterschieden. Ganz vorne sitzen pro Kiefer vier Schneidezähne, die die Nahrung festhalten und abbeißen. Sie haben eine meißel- bzw. schaufelartige Form und verfügen über eine scharfe Schneide. Normalerweise ragen die oberen Schneidezähne etwa 1–2 mm über die unteren hinaus und bedecken diese teilweise. An die Schneidezähne schließen sich beidseits Eckzähne an. Die Eckzähne erinnern zwar nur entfernt an die ausgeprägten Fang- und Stoßzähne im Tierreich, sind aber auch beim Menschen besonders robust und fester im Kiefer verwurzelt als ihre Nachbarzähne. Anschließend folgen auf beiden Seiten je zwei vordere Backenzähne (Prämolaren), die die Nahrung weiter zerkleinern, und drei Mahlzähne (hintere Backenzähne, Molaren), die pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst oder Getreide zermahlen. Während die vorderen Backenzähne im Unterkiefer nur eine und die Mahlzähne zwei Wurzeln aufweisen, haben die entsprechenden Zähne im Oberkiefer zum Teil zwei, drei oder mehr Wurzeln.

Die hintersten Zähne (die dritten Mahlzähne) sind die so genannten Weisheitszähne (Achter), die oft erst im Erwachsenenalter durchbrechen. Oft müssen sie gezogen werden, wenn auf dem Kiefer zu wenig Platz ist und sie die anderen Zähne zu verschieben drohen. Leider haben gerade die Weisheitszähne häufig hakenförmige oder verwachsene Wurzeln, die das Ziehen des Öfteren zu einem blutigen und schwierigen Eingriff machen.

Bei Form, Größe und Farbe der Zähne gibt es große Unterschiede, diese sind jedoch völlig normal und kein Anlass zur Sorge.

Zahnformel und Zahnflächen

Damit Zahnärzte, Kieferchirurgen und alle anderen an der Zahnbehandlung beteiligten Personen immer genau wissen, welcher Zahn gemeint ist, wird jedem Zahn eine eindeutige zweistellige Nummer zugeordnet. Nach der Zahnformel (Gebissformel) werden Ober- und Unterkiefer in zwei Hälften unterteilt und von rechts oben (1) nach rechts unten (4) gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert. An der zweiten Stelle steht die Nummer des Zahns von der Mitte aus gezählt. So heißt zum Beispiel der linke untere Eckzahn 33 oder der Weisheitszahn wird als Achter bezeichnet, da er der achte Zahn der jeweiligen Kieferhälfte ist.

Die verschiedenen Seiten und Flächen eines Zahns haben ebenfalls einen fachsprachlichen Namen, mit dem die genaue Lage von Löchern oder Füllungen am Zahn angegeben wird. So unterscheidet man bei den Zahnflächen zwischen mesial (vorne, zur Mitte hin), okklusal (auf der Kaufläche selbst) und distal (hinten). Bei Schneide- und Eckzähnen, die keine Kaufläche haben, bezeichnet inzisal die Schnittkante. Die Außenseite der Zähne (zur Wange hin) nennt der Zahnarzt vestibulär, die Innenseite (zur Zunge hin) lingual, im Oberkiefer auch palatinal (zum Gaumen hin).

Wenn während einer zahnärztlichen Untersuchung von einem Defekt an „45 mod" die Rede ist, dann hat der zweite Backenzahn auf der rechten Unterkieferhälfte ein ziemlich großes Loch – und zwar eines, das von vorne über die Kaufläche bis nach hinten reicht (mesial-okklusal-distal, abgekürzt mod).

Aufbau der Zähne

Bei einem gesunden Gebiss ist von außen nur ein kleiner Teil des Zahns (Dens) sichtbar: Lediglich die Zahnkrone (Corona dentis) ragt aus dem Zahnfleisch heraus. Unterhalb des Zahnfleisches liegt die meist wesentlich längere Zahnwurzel (Radix dentis), wobei Zähne je nach Zahnform eine, zwei oder mehrere Wurzeln haben können. Den Übergang zwischen der Zahnkrone und der Wurzel bezeichnet man als Zahnhals (Collum dentis), er ist vom Zahnfleisch bedeckt.

Der sichtbare Teil des Zahns wird von außen durch den Zahnschmelz (Enamelum) geschützt. Der Zahnschmelz ist das härteste Material des menschlichen Körpers, er besteht zu 95 % aus Mineralstoffen wie Kalzium und Phosphat. Der Schmelz verleiht den Zähnen ihren charakteristischen milchig-weißen Glanz. Unter dem Mikroskop sind viele kleine Kristalle erkennbar – Hydroxylapatit, ein sehr hartes Mineral, das dem Zahnschmelz seine Härte verleiht. Hydroxylapatit ist extrem robust – nur Säuren können ihm etwas anhaben, weswegen säurebildende Bakterien die entscheidenden Karieserreger sind.

Wenn die Zähne einmal entwickelt sind, bleiben im Zahnschmelz weder Nerven noch Blutgefäße zurück – daher kann der Körper dann auch keinen neuen Zahnschmelz mehr bilden. Das erklärt zum einen, warum wir Beschädigungen am Zahnschmelz nicht spüren, und zum anderen, warum Löcher im Zahnschmelz mit anderen Materialien wie Füllstoffen „repariert" werden müssen.

Im Bereich der Wurzel schützt eine dünne Schicht Zahnzement (Cementum) den Zahn. Von Zahnschmelz und Zahnzement umhüllt, macht das Zahnbein (Dentin) den größten Teil des Zahns aus. Von seiner Struktur her ähnelt es Knochenmaterial und ist damit immer noch recht hart, aber deutlich weicher als der Schmelz. Seinerseits umschließt das Zahnbein wiederum den empfindlichen Zahnnerv (Pulpa, Zahnmark). Der Begriff Zahnnerv ist anatomisch gesehen ungenau, da eigentlich die Höhle des Zahnnervs (Pulpahöhle) gemeint ist, durch die sich der Zahnnerv mit seinen Ästen zusammen mit feinen Blutgefäßen zieht – aber in der Tat ist der Zahnnerv der entscheidende Teil der Pulpahöhle. Seine Ausläufer durchziehen das Zahnbein und reichen bis an den Rand des Zahnschmelzes, so werden Reize wie heiß und kalt, süß oder sauer an den Zahnnerv weitergeleitet.

An der Grenze zwischen Pulpahöhle und Zahnbein sitzen dentinbildende Zellen, die Odontoblasten. Sie produzieren lebenslang neues Zahnbein (Tertiärdentin) und verkleinern so im Lauf der Jahre die Höhle für die Zahnpulpa. Dadurch reduziert sich die Schmerzempfindlichkeit der Zähne im Alter automatisch. Auch bei Reizungen des Zahnnervs (z. B. durch eindringende Karies) produzieren sie Zahnbein, um den Reiz vom Nerv fernzuhalten (Sekundärdentin).

Zahnhalteapparat

Die Zähne sind nicht mit dem Knochen verwachsen, sondern mithilfe des Zahnhalteapparats (Zahnbett, Parodontium) im Kieferknochen verankert. Beide Kieferknochen verfügen über Vertiefungen für die Zahnwurzeln, je nach Anzahl der Wurzeln gibt es pro Zahn ein, zwei oder mehr knöcherne Zahnfächer (Alveolen). Durch die Wurzelspitze führen Nerven und Blutgefäße in den Zahn hinein und aus ihm heraus.

Bei gesunden Zähnen umgibt die Zahnwurzelhaut (Desmodont, Periodontium) den Wurzelbereich und wirkt wie ein Puffer zwischen Zahnwurzel und Zahnfach. Die Zähne sind mit Zahnhaltefasern (Sharpeysche Fasern) elastisch in ihren Zahnfächern aufgehängt. Bei Belastung durch Kauen oder Zähneknirschen werden diese spiralförmigen Fasern gestreckt, anschließend ziehen sie sich wieder zusammen. Durch diese Beweglichkeit wird verhindert, dass der Zahn bricht, wenn wir ihn anschlagen oder auf etwas Hartes beißen. Darüber hinaus sorgt diese Konstruktion dafür, dass die auf den Zahn einwirkenden Kräfte als Zug an den Kiefer weitergegeben werden und dort den Knochenaufbau anregen. Auf Druck hingegen reagieren die Kieferknochen empfindlich, z. B. kann dort, wo Zähne fehlen, der Druck auf den Kiefer zu einem Schwund der Knochen führen.

Zur Mundhöhle hin wird der Zahnhalteapparat durch das Zahnfleisch (Gingiva) abgeschottet. Das Zahnfleisch ist ein spezieller Teil der Mundschleimhaut, der den Kiefer und einen Teil des Zahns umgibt und mit ihm durch den Epithelansatz verbunden ist. Diese Verbindung verschließt die Körperoberfläche an dieser Stelle vor Bakterien und anderen Mikroorganismen.

Kieferknochen und -gelenk

Oberkiefer (Maxilla) und Unterkiefer (Mandibula) halten jeweils 16 Zähne, die einen natürlichen Zahnbogen bilden. Den Teil des Kiefers, in dem die Zähne in ihren Zahnfächern sitzen, bezeichnet man noch genauer als Zahnfortsatz (Alveolarfortsatz). Der Oberkiefer ist fest mit den anderen Knochen des Schädels verwachsen, der Unterkiefer dagegen kann sich im Kiefergelenk in fast alle Richtungen bewegen. Durch diese Beweglichkeit werden viele Funktionen wie Essen, Trinken, Sprechen oder die Mimik des Gesichts erst ermöglicht – ohne diese Beweglichkeit wären die Zähne wie ein Mühlrad, welches sich nicht drehen kann.

Der Unterkiefer ist wie ein Hufeisen geformt und verfügt am hinteren Ende beidseits über einen aufsteigenden Seitenteil (Ast). Dieser Seitenteil endet zum Kiefergelenk hin in zwei Fortsätzen: Vorne (in Richtung Mund) befindet sich der Muskelfortsatz, an dem Teile der Kaumuskulatur ansetzen, weiter hinten der Gelenkfortsatz mit dem Gelenkköpfchen. Das Gelenkköpfchen gleitet in der Kiefergelenkpfanne hin und her, in der eine bewegliche Knorpelscheibe (Diskus) sitzt. Das Kiefergelenk ist das am häufigsten bewegte Gelenk des menschlichen Körpers.

Das 1 x 1 der guten Zahnpflege

Gesund beginnt im Mund: Ein sauberer Zahn wird nicht krank. Daher lohnt es sich, in jedem Alter die Zähne richtig zu pflegen. Und wer die Zahnpflege einmal fest in den Tagesplan integriert hat, profitiert sein Leben lang davon.

Zähneputzen war einmal. Natürlich putzt man sich auch heute noch die Zähne, aber Zähneputzen allein reicht eben nicht – für eine gute Zahnpflege sind auch andere Hilfsmittel und Putztechniken nötig. Schließlich sollen wirklich alle Zahnflächen von Belägen gereinigt werden: Vorder- und Rückseite, Kaufläche und – häufig vernachlässigt, aber sehr wichtig – die Zahnzwischenräume.

Handzahnbürste

An erster Stelle der Zahnpflege steht immer noch die Reinigung der Zähne mit der Zahnbürste. Eine gute Handzahnbürste hat einen eher kleinen Kopf, mit dem man gut in alle Ecken kommt. Die Borsten sollten abgerundet und weich bis mittelhart sein, zu harte und kantige Borsten könnten sonst das Zahnfleisch verletzen. Der Bürstengriff muss fest in der Hand liegen und darf nicht rutschen.

Nach dem Zähneputzen sollte die Bürste immer gut unter fließendem Wasser ausgespült werden. Sobald die ersten Borsten ausfransen und verbogen sind, sollte man die Bürste wechseln. Normalerweise ist das alle 6–8 Wochen der Fall. Wer nach Infektionskrankheiten wie einer Mandelentzündung die Zahnbürste wechselt, stellt zudem sicher, dass er sich nicht selbst wieder ansteckt.

Auch wenn jede Zahnbürste, die etwas auf sich hält, mit besonders angeordneten oder geformten Borsten wirbt, empfehlen Fachleute nach wie vor ein einfaches, ebenes Borstenfeld, das aus vielen parallel angeordneten, eng stehenden Büscheln besteht.

Die richtige Putztechnik

Wichtiger als das Modell der Zahnbürste ist die richtige Putztechnik. Zähne sollten mit kleinen, kreisenden Bewegungen von „Rot nach Weiß", also vom Zahnfleisch zu den Zähnen, geputzt werden. Starker Druck kann das Zahnfleisch beschädigen, daher ist es besser, länger zu putzen, als mehr Kraft einzusetzen. Eine einfache Systematik ist: Im Unterkiefer außen beginnen, einmal rundherum, dann die Kauflächen und anschließend die Innenseiten der Zähne putzen. Danach das Ganze im Oberkiefer wiederholen.

Bei der Rütteltechnik (Bass-Technik), die viele Zahnärzte empfehlen, setzt man die Zahnbürste im 45°-Winkel am Zahnfleischsaum an, rüttelt etwa zehnmal pro Zahnabschnitt und bürstet anschließend die gelösten Beläge mit einer Wischbewegung von Rot nach Weiß aus. Beim Reinigen der Zahnrückseite wird die Zahnbürste senkrecht gehalten. Es werden ebenfalls kurze Rüttelbewegungen gemacht und die Zähne Richtung Zunge ausgebürstet.

Elektrische Zahnbürste

Elektrische Zahnbürsten sind in der Handhabung bequemer als Handzahnbürsten, dafür sind die Ersatzköpfe etwas teurer. Drei Modellarten werden unterschieden: 

  • Rotationszahnbürste: Der runde Bürstenkopf wird von einem kleinen Elektromotor betrieben und rotiert 5000 mal pro Minute. Einige Modelle lassen den Kopf zusätzlich pulsieren. Die Reinigung erfolgt mechanisch. Man sollte nur wenig Druck anwenden, denn zu hoher Druck kann das Zahnfleisch verletzen. Einige Modelle geben Warnsignale, wenn der Druck zu stark wird.
  • Schallzahnbürste (Sonic-Zahnbürste): Ein elektrischer Schallwandler treibt das Bürstchen an. Die Borsten erreichen so eine Schwingungsfrequenz von bis zu 30000 Schwingungen pro Minute. Die Reinigung ist auch bei diesen Modellen mechanisch. Deshalb gilt es auch hier auf den richtigen Druck zu achten. 
  • Ultraschallbürste: Der Bürstenkopf überträgt rund 1,7 Millionen Ultraschallschwingungen pro Minute auf die Zahnoberfläche. Die Schwingungen bringen auch den Speichel in Schwung und erzeugen deshalb in der Zahnpasta viele Schaumblasen. Wenn diese platzen, verteilen sich die Wirkstoffe der Zahnpasta im Mund. Für einige Modelle ist eine spezielle Zahnpasta erforderlich. Eine direkte mechanische Bearbeitung des Zahns oder Zahnfleisches entfällt. Dies soll das Zahnfleisch schonen. Allerdings hat das seinen Preis: Ultraschallbürsten sind die teuersten elektrischen Zahnbürsten.

Sofern die Bedienungsanleitung keine besondere Putztechnik erklärt, wird auch die elektrische Bürste leicht schräg auf die Zähne gesetzt und systematisch an allen Zähnen entlanggeführt. Die notwendigen Rüttel- und Wischbewegungen übernimmt der kreisende oder schwingende elektrische Bürstenkopf.

Untersuchungen zufolge reinigen elektrische Zahnbürsten tatsächlich besser als Handzahnbürsten, da sie auch an schwer zugänglichen Stellen die richtigen Putzbewegungen durchführen. Große Unterschiede zwischen den drei Modellarten konnten bislang nicht festgestellt werden. Vielmehr hängt auch hier – wie bei der Handzahnbürste – viel von der sorgfältigen und regelmäßigen Anwendung ab.

Wie lange und wie oft putzen?

Grundsätzlich ist die alte Regel nicht verkehrt: Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen! Im Detail lässt sich über die Häufigkeit des Zähneputzens jedoch vortrefflich streiten. Fakt ist, dass es Menschen gibt, die, obwohl sie die Zähne nur wenig putzen, trotzdem keine Karies bekommen. Der Grund ist, dass die Mundflora dieser Menschen die Kariesbakterien in Schach hält. Trotzdem, auch dieser Bonus kann schnell verschwinden: Die Mundflora ändert sich im Laufe des Lebens und damit eventuell auch rasch die natürliche Kariesresistenz.

Wer die Zähne nach jeder Hauptmahlzeit und nach jeder süßen Zwischenmahlzeit putzt, macht tatsächlich nichts verkehrt. So viel Putzeifer legen allerdings die wenigsten an den Tag. Als Minimalempfehlung gelten zwei Zahnreinigungen pro Tag, davon eine besonders gründlich, bei der auch die Zahnzwischenräume (z. B. mit Zahnseide oder Interdentalbürsten) gesäubert werden. Als Dauer haben sich zwei Minuten bewährt – im Zweifelsfall lieber länger als kräftiger putzen!

Nach säurehaltigen Speisen und Getränken wie Obst, Saft, Wein oder Früchtetee ist es besser, eine halbe Stunde mit dem Putzen zu warten. Der Zahnschmelz wird durch die Säure angegriffen und ist eine Zeit lang empfindlicher.

Der Besuch beim Zahnarzt

Der Zahnarzt ist einer derjenigen Ärzte, die man auch ohne akute Beschwerden regelmäßig zur Routineuntersuchung aufsuchen sollte. Schließlich gibt es praktisch niemanden, der nicht irgendwann einmal im Lauf seines Lebens behandlungsbedürftige Zahnprobleme bekommt. Auch die Entfernung von Zahnstein und das Polieren der Zähne sollten regelmäßig – und nur vom Fachmann – durchgeführt werden. Empfohlen wird, alle sechs Monate zur Routinekontrolle zu gehen.

Sofern sich keine Behandlung anschließt, kosten diese Besuche keine Praxisgebühr. Ebenfalls ohne Praxisgebühr möglich sind Röntgenaufnahmen zur Diagnose, eine Zahnsteinentfernung und eine Sensibilitätsprüfung pro Jahr sowie ein Parodontaler Screening Index alle zwei Jahre.

Inspektion der Mundhöhle und der Zähne

Egal ob Sie zur Routinekontrolle oder wegen Zahnschmerzen beim Zahnarzt auf dem Behandlungsstuhl sitzen: Am Anfang jeder zahnärztlichen Konsultation steht der zahnärztliche Befund, d. h. die Untersuchung von Mundhöhle und Zähnen. Die Untersuchung beginnt mit einer Betrachtung der kompletten Mundhöhle, von Wangenschleimhaut, Mundboden und Rachen bis hin zur Zunge. Erst dann wird nach Verfärbungen, Löchern oder Entzündungen am Zahnfleisch gesucht. Als Hilfsmittel dienen Sonden und kleine Mundspiegel. Dabei wird streng systematisch vorgegangen, der Zahnarzt sagt seiner Assistentin nacheinander die Nummern der Zähne und ihren Zustand an (Zahnformel). Dieser Befund wird handschriftlich oder im PC dokumentiert. So erhält der Arzt einen kompletten Gebissstatus in der Patientenakte, den er bei jedem neuen Besuch heranziehen kann, um etwaige Veränderungen zu erkennen.

Bei einem Verdacht auf oder einer bereits bekannten Parodontitis gehört auch ein Parodontaler Screening Index zum Programm.

Röntgen

In bestimmten Fällen ist eine Röntgenaufnahme nötig. So kann der Arzt erkennen, ob in den Kieferknochen alles in Ordnung ist, ob Zähne vereitert sind oder wie weit eine Parodontitis fortgeschritten ist. Auch retinierte oder verlagerte Zähne und versteckte Karies sind so zu erkennen.

Die Strahlenbelastung ist übrigens im Vergleich zu sonstigen Röntgenaufnahmen gering, dennoch sollte man sich nicht unnötig oft röntgen lassen und im Zweifelsfall nachfragen.

Schmerzausschaltung

Die zahnärztliche Betäubung (zahnärztliche Anästhesie) zur Schmerzausschaltung ist grundsätzlich eine örtliche Betäubung. Mit Lokalanästhetika wird die Schmerzleitung in den Nerven verhindert. Je nach Behandlungsstelle wird zwischen der Infiltrationsanästhesie und der Leitungsanästhesie unterschieden.

Die Infiltrationsanästhesie (Lokalanästhesie) wird im Oberkiefer und an den Frontzähnen des Unterkiefers angewandt, bei ihr breitet sich das Betäubungsmittel durch den porösen Knochen ein wenig aus und betäubt so die Umgebung der Einstichstelle. Im Unterkiefer dagegen verwendet der Zahnarzt die Leitungsanästhesie, dabei wird der Unterkiefernerv vor dem Eintritt in den Unterkieferknochen betäubt. Sie schaltet immer eine ganze Unterkieferhälfte und den vorderen Kinnbereich komplett aus. Man kann sich die Wirkung gut am Beispiel einer Lampe vorstellen: Bei der Infiltrationsanästhesie wird gezielt der Lichtschalter betätigt, bei der Leitungsanästhesie dagegen die Sicherung für die ganze Etage herausgeschraubt – in beiden Fällen ist das Licht aus bzw. der Patient verspürt keine Schmerzen.

Jede zahnärztliche Betäubung kann Nebenwirkungen wie herabgesetzte Reaktionsfähigkeit, Müdigkeit und Schwindel haben. So ist der Patient nach einer zahnärztlichen Behandlung mit örtlicher Betäubung nur eingeschränkt verkehrstauglich und darf bis zum Nachlassen der Wirkung kein Kraftfahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen. Bis zum vollständigen Abklingen der Betäubung sollte nichts gegessen werden, um unbemerktes Verletzen der Schleimhaut oder Zunge beim Kauen zu vermeiden.

Manche Kinder finden das Gefühl interessant, auf der tauben Lippe herum zu beißen. Dabei entstehen leicht Verletzungen an der Innenseite der Lippen.

Sensibilitätsprüfung

Nach Unfällen oder bei Entzündungen im Zahn überprüft der Zahnarzt, ob der Zahnnerv noch lebt. Ein vitaler, also lebender Zahn spürt Reize wie Wärme oder Kälte durch den Zahnschmelz hindurch. Bei der Sensibilitätsprüfung (Vitalitätsprüfung) setzt der Zahnarzt einzelne Zähne gezielten Reizen aus. In den meisten Fällen prüft er die Kälteempfindlichkeit, da Kälte den Zahnnerv im Gegensatz zu großer Wärme nicht schädigt und auch bei großen Füllungen oder Kronen noch zuverlässig funktioniert. Dazu nimmt er ein mit Eisspray präpariertes Wattestäbchen (-30 °C) und hält es von außen an den Zahn; der Nerv registriert den Kältereiz. Nur bei Verdacht auf eine eitrige Zahnnerventzündung ist Wärme ebenso geeignet, denn dann reagiert der Zahn schon auf wenig Wärme zuverlässig.

Die Sensibilität kann auch mit schwachem Strom oder, wenn der Zahn angebohrt ist und das Zahnbein offen liegt, sogar mit Berührungen geprüft werden. Falsch positive Reaktionen eines untersuchten Zahns sind bei allen Verfahren selten, häufig ist die Empfindlichkeit des Zahnnervs jedoch nach Eingriffen oder Unfällen eine Zeit lang herabgesetzt, sodass er nicht ausreichend reagiert, obwohl er noch lebt. Daher sollte die Sensibilitätsprüfung wiederholt werden, bevor eine Behandlungsentscheidung fällt.

Gebissabformung

Immer wenn es bei der Behandlung auf das gesamte Gebiss oder das perfekte Ineinandergreifen der Zähne ankommt, benötigt der behandelnde Arzt oder der zuständige Zahntechniker eine Gebissabformung (Gebissabdruck), um sich ein genaues Bild zu machen. Der Arzt nimmt den Abdruck mithilfe von gebogenen Metallformen (Abdrucklöffel), die mit einer Paste gefüllt sind. Diese schmiegt sich an die Zähne, dringt durch Andrücken auch in kleine Zwischenräume ein und härtet nach kurzer Zeit aus. Früher wurden Gips und Wachs genommen, heute sind Alginate und elastische Kunststoffe das Mittel der Wahl. Sie sind biegsam und lassen sich gut vom abgeformten Kiefer entfernen, kehren aber immer wieder in die richtige Form zurück. Mit diesen modernen Materialien lässt sich bei sorgfältiger Verarbeitung eine Genauigkeit im Bereich von Tausendstelmillimetern erreichen.

Die Abdrücke von Ober- und Unterkiefer dienen dem Zahntechniker oder dem behandelnden Arzt als Gussform für ein komplettes dreidimensionales Gebissmodell. Anhand des Modells planen Kieferorthopäden und Zahnärzte die Behandlung, an ihm passt auch der Zahntechniker die Spangen oder den Zahnersatz an.

Funktionsanalyse

Oft reicht ein Abdruck zur Diagnose nicht aus. Mit einer Kieferrelationsbestimmung dagegen können auch die natürlichen Kieferbewegungen beim Kauen nachgeahmt werden, um Funktionsstörungen auf die Spur zu kommen (Kauschmerz). Bei einer ergänzenden Kiefervermessung (Axiografie) ermittelt der Arzt die Lage des Oberkiefers im Verhältnis zum Schädel und dessen Abstand zum Kiefergelenk. Das Messgerät sieht wie eine Kopfhaube mit seitlich angebrachtem Gestänge aus, es misst wahlweise elektronisch oder mechanisch die Achsen des Kiefergelenks aus. Mithilfe dieser Daten wird das Gebissmodell in ein spezielles Gerät (Artikulator) eingebaut und so eingestellt, dass es die Kaubewegungen 1:1 nachbildet. Die gesamte Untersuchung heißt auch Funktionsanalyse.

Falls nötig, spielt der Zahntechniker oder der Arzt an einer Kopie des Modells (Set Up) Problemlösungen durch (z. B. verschieden geformter Zahnersatz oder unterschiedliche Zahnstellungen), bis eine passende Form oder eine Strategie für die Behandlung gefunden ist. In komplizierten Fällen kommt ein CT oder weitere Untersuchungen hinzu.

Die Kiefervermessung bzw. Funktionsanalyse ist keine Kassenleistung, obwohl sie bei Funktionsstörungen im Kiefersystem medizinisch mitunter notwendig ist. Je nach Umfang der durchgeführten Untersuchungen kostet sie den Patienten einen unterschiedlichen Betrag (in Österreich übernehmen die Kassen einen Teil der Kosten).

Vorgehen bei vermuteten Behandlungsfehlern

Für alle zahnärztlichen Arbeiten wie Füllungen oder Zahnersatz gibt der Zahnarzt 2 Jahre Gewährleistung. Bei Mängeln muss der Zahnarzt nachbessern – die Möglichkeit zur Nachbesserung ist jedoch nicht nur eine Pflicht, sondern auch ein Recht des Zahnarztes. Sofern es dem Patienten zumutbar ist (diese Entscheidung hängt vom Einzelfall ab), muss er sich noch einmal von demselben Zahnarzt behandeln lassen, auch wenn dieser Fehler bei der Behandlung oder Verarbeitung gemacht hat.

Sobald ein fremder Behandler Veränderungen vornimmt, erlischt die Gewährleistungsgarantie. Bevor Sie also einen anderen Zahnarzt an die mangelhafte Füllung oder den Zahnersatz lassen, müssen die Krankenkasse und ein Gutachter den Mangel festgestellt und dokumentiert haben. Ansonsten ist zumeist nicht mehr feststellbar, wer den Schaden angerichtet hat und langwierige Rechtsstreitigkeiten sind die Folge.

Weiterführende Informationen

  • www.quarks.de/zaehne/index.htm – Spezialsendung der Wissenschaftssendung Quarks (WDR, Köln): Das Skript zur Sendung gibt es auch komplett als PDF-Datei.
  • www.bzaek.de – Website der Deutschen Bundeszahnärztekammer, Berlin: Unter der Rubrik Zahnärzte finden Sie die Gebührenordnung für Zahnärzte.

Die richtige Zahnpasta

Die Zahnpasta (Zahncreme) unterstützt die mechanische Reinigung mit der Bürste, härtet den Zahnschmelz ab und hilft, Zahnbeläge zu entfernen. Für die Wirkung sind vor allem folgende Inhaltsstoffe zuständig:

  • Um die mechanische Putzwirkung zu verbessern, enthält die Zahnpasta Putzkörper wie Silikatverbindungen, Schlämmkreide oder auch Marmor. Sie wirken wie ein Poliermittel, das die Zähne nicht beschädigt.
  • Tenside, z. B. Natriumlaurylsulfat, bilden Schaum und sorgen so für eine bessere Verteilung der Inhaltsstoffe. Sie haben auch eine waschaktive Wirkung und helfen bei der Beseitigung von Belägen. Sie gelten als mögliche Allergieauslöser – auf Zahnpastabestandteile reagieren jedoch nur sehr wenige Menschen allergisch.
  • Das Fluorid aus der Zahnpasta lagert sich in die Oberfläche des Zahnschmelzes ein und macht ihn widerstandsfähiger.
  • Wirkstoffe wie Triclosan oder Pyrophosphat können die Zahnsteinbildung deutlich reduzieren, sie helfen allerdings nicht gegen bereits vorhandenen Zahnstein. Triclosan wirkt auch antibakteriell und schützt vor Zahnfleischentzündungen. Besonders bei Menschen, die aufgrund einer Krankheit, Behinderung oder ihres Alters keine optimale Mundhygiene betreiben können, ist eine triclosanhaltige Zahnpasta sinnvoll. Der Stoff gilt jedoch als möglicher Allergieauslöser.

Neben diesen Wirkstoffen enthält Zahnpasta meist noch Farbstoffe, Aromastoffe (z. B. Menthol oder Pfefferminzöl), Feuchthaltemittel (z. B. Sorbitol) und Konservierungsstoffe.

Weißmacher-Zahnpasta enthält häufig gröbere Putzkörper und wirkt dann ähnlich wie Schmirgelpapier. Bei gesundem Gebiss und richtiger Putztechnik kann sie durchaus verwendet werden, vorhandene Schäden im Zahnschmelz oder Empfindlichkeiten werden allerdings tendenziell verstärkt. Schonender und vom medizinischen Nutzen her besser ist eine gelegentliche professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Bei Zähnen, die von Natur aus etwas gelblich sind, helfen allerdings weder Zahnreinigung noch Weißmacher-Zahnpasta.

Alternativmedizinische Zahncremes

Selbst gerührte Zahnpasta aus Schlämmkreide ist übergangsweise bei nicht eingrenzbaren Mehrfachallergien oder bei Patienten, die auf Zahnpastabestandteile allergisch reagieren, eine Alternative zur industriell hergestellten Zahncreme. Bei ihr sind keine Allergien auf Inhaltsstoffe möglich, allerdings fehlen auch diejenigen Substanzen, die für die medizinische Wirkung wichtig sind wie die Fluoride und Tenside. Auch der fehlende Geschmack ist für manche gewöhnungsbedürftig.

Wer keine Fluorzusätze in der Zahnpasta möchte, kann in Apotheken auch fluorfreie kaufen. Gut sortierte Drogerien und Apotheken führen auch geruchs- und geschmacksarme Zahnpasta, die bei einer Überempfindlichkeit gegen ätherische Öle oder während einer homöopathischen Behandlung empfohlen wird (mentholfreie bzw. homöopathieverträgliche Zahnpasta).

Harter Stoff: Fluor

Die Frage nach der richtigen Zahnpasta hängt ganz wesentlich vom Gehalt an Fluorid ab. Zum einen werden Zähne wesentlich widerstandsfähiger gegen Karies, wenn bereits während ihrer Entwicklung Fluoride eingebaut werden. Zum anderen kann Fluorid Karies im Anfangsstadium noch rückgängig machen. Während Karies den Zahnschmelz entkalkt und auflöst, härtet Fluorid ihn nach. Dabei wird ein Teil des Hydroxylapatits in das säurefestere Fluorapatit umgewandelt.

Seit Zahnpasta fluoridiert wird, tritt Karies spürbar seltener auf. Zu viel Fluorid jedoch kann zu bleibenden, fleckigen Zahnverfärbungen führen. Dies ist jedoch bei normaler Anwendung nicht zu befürchten.

Die Rolle der Ernährung bei der Zahngesundheit

Gesunde Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und Obst massiert das Zahnfleisch und führt dem Körper die notwendigen Vitamine zu. Bei grob geschrotetem Korn können die Schrotspelzen aber auch zu kleinen Verletzungen der Mundschleimhaut und des Darms führen. Ausreichendes Trinken spült die Zahnzwischenräume und beseitigt die groben Essensreste.

Speziell nach süßen und süß-klebrigen Lebensmitteln (Honig, Schokolade, Nutella & Co.) oder auch „nur" stärkehaltigen Speisen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln und Chips sollten die Zähne baldmöglichst gründlich gereinigt werden. Kariesbakterien lieben gut am Zahnschmelz haftenden Zucker. Besonders Popcorn kann durch die harten dünnen Schalen, die sich unter das Zahnfleisch schieben, schnell eine Zahnfleischentzündung verursachen. Es ist daher besser, einmal am Tag etwas mehr Süßes zu essen und sich danach die Zähne zu putzen, als den ganzen Tag über kleine Portionen zu naschen.

Für Kinder sollten zuckerhaltige Getränke nach dem abendlichen Zähneputzen tabu sein, auch Erwachsene tun sich mit einem nächtlichen Imbiss keinen Gefallen.

Die zahnheilkundlichen Berufe

Insgesamt drei verschiedene Ärztegruppen kümmern sich um das Wohl der Zähne: Zahnärzte, Kieferorthopäden und Kieferchirurgen.

Die richtigen Ansprechpartner für alle Zahnprobleme sind die Zahnärzte. Sie kontrollieren die Mundhöhle und Zähne auf Erkrankungen und reinigen oder reparieren Zähne. Sie können auch Zahnersatz anfertigen (lassen) und kleinere chirurgische Eingriffe im Mund selbst durchführen. Wenn nötig, überweisen sie die Patienten an Spezialisten.

Kieferorthopäden sind auf die Vorbeugung und Behandlung von Form- und Funktionsstörungen an Zähnen und Kiefern spezialisiert. Sie diagnostizieren z. B. Fehlstellungen der Zähne und behandeln sie mit kieferorthopädischen Apparaten wie Schienen oder Zahnspangen. Teilweise fertigen sie diese Apparate auch selbst an.

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen haben Humanmedizin und Zahnmedizin studiert. Sie führen Operationen an Mund, Zähnen und Kiefern durch (stellen aber keine Füllungen oder Prothesen her). Das fängt beim Entfernen von Weisheitszähnen an und geht über Kieferoperationen bis hin zur Entfernung von Tumoren und Zysten. Zu ihren Aufgaben gehören auch die plastische Chirurgie im Mund-Kiefer-Bereich und die Behandlung von Kieferbrüchen. Oralchirurgen sind Zahnärzte mit einer zusätzlichen Ausbildung auf chirurgischem Gebiet.

Die verschiedenen Ärzte werden von ihren Arzthelfern oder -helferinnen (der Beruf wird fast ausschließlich von Frauen ausgeübt) unterstützt. Diese Helferberufe werden unter dem Titel zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA, früher: Zahnarzthelferin) zusammengefasst. Sie assistieren den Zahnärzten während der Behandlung und übernehmen selbstständig Teilaufgaben wie Zähne polieren, Abdrücke nehmen oder Röntgenaufnahmen anfertigen. Zusätzlich kümmern sie sich um die Verwaltung der Praxis, also z. B. um Terminvergabe, Abrechnung oder den Materialeinkauf.

Mit Berufserfahrung können sie sich in folgende Richtungen weiterqualifizieren:

  • Die zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV) spezialisiert sich auf die Organisation und Verwaltung der Praxis.
  • Das Haupteinsatzgebiet der zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) liegt in der Gesundheitsvorsorge und in der Patienteninformation. Sie arbeitet vor allem an gesunden Zähnen und nur bis zum Zahnfleischrand. Sie führt z. B. die professionelle Zahnreinigung durch.
  • Die höchste Stufe des Ausbildungssystems für ZFA ist die Qualifikation zur Dentalhygienikerin (DH). Sie führt auch Vorsorgemaßnahmen und Behandlungen an kranken Zähnen durch (z. B. in der Parodontaltherapie) und darf auch am Zahnfleisch arbeiten.

Im Gegensatz zu den zahnmedizinischen Fachangestellten haben Zahntechniker selten direkten Kontakt mit den Patienten. Normalerweise benötigen sie nur einen Gebissabdruck, um passenden Zahnersatz für die Prothetik sowie Zahnspangen und Schienen für die Kieferorthopädie in einem zahntechnischen Labor, welches von einem Zahntechnikermeister geleitet wird, herzustellen. Der Beruf des Zahntechnikers ist ein handwerklicher Lehrberuf.

Hilfsmittel zur Mundhygiene

Weitere Hilfsmittel optimieren die Hygiene und den Pflegezustand von Zähnen und Mundhöhle noch einmal deutlich – viele davon erscheinen uns neumodisch, sind aber schon seit Jahrhunderten in vielen Kulturen im Einsatz, so die Zungenschaber oder die Interdentalbürsten, die in Form von Zahnstochern auch bei uns Tradition haben.

Reinigung der Zahnzwischenräume

Zahnseide ist eine feine, aus vielen Einzelfäden geflochtene Schnur. Es gibt sie gewachst und ungewachst. Die gewachste lässt sich leichter durch enge Zwischenräume ziehen, weil sie besser hindurchgleitet und nicht so leicht ausfranst, dafür reinigt die ungewachste besser.

Und so wenden Sie sie richtig an: Nehmen Sie ein 35–45 cm langes Stück und wickeln Sie es um die beiden Mittelfinger. Spannen Sie die Seide zwischen den Zeigefingern bzw. den Daumen und schieben Sie sie mit leicht sägenden Bewegungen von oben in den Zahnzwischenraum. Bitte nicht zu kräftig, sonst wird das Zahnfleisch verletzt. Ist die Seide in den Zahnzwischenraum eingeführt, bewegen Sie sie ebenfalls mit sägenden Bewegungen einmal am vorderen und einmal am hinteren Zahn entlang vom Zahnfleisch weg in Richtung Kaufläche bzw. Schneidekante.

Leichter in der Handhabung sind Zahnseide-Sticks. Sie können auch von Kindern benutzt werden und sind inzwischen preiswert zu haben.

Zur leichteren Handhabung gibt es wiederverwendbare Zahnseidespanner oder fertig in Einweghalter eingespannte Zahnseidestücke. Bei größeren Zwischenräumen und Brücken hilft Superfloss®. Das sind Zahnseideabschnitte mit einem festeren Ende und einem flauschigen Mittelstück, mit denen sich größere Zwischenräume besser reinigen lassen.

Interdentalbürsten (Zahnzwischenraumbürsten) sind kleine Bürsten, die auf einem Halter stecken. Es gibt sie in vielen verschiedenen Größen von 0,6 bis etwa 5 mm, sowohl für ganz enge als auch für große Zwischenräume und Lücken. Die richtige Größe muss vom Zahnarzt ausgemessen werden, da zu große Bürsten Schäden verursachen und zu kleine wirkungslos sind. Ihre Größe können Sie sich anhand der farbigen Markierung auf der Packung merken (z. B. 2 mm rot, 4 mm blau und 5 mm türkis). Oft müssen Sie mehrere Größen vorrätig haben, da die Zahnzwischenräume nicht überall gleich groß sind. Von der Innenseite des Gebisses aus ist die Anwendung am bequemsten.

Insbesondere bei festen Zahnspangen bekommt man nur mit Interdentalbürsten alle Winkel sauber.

Zungenreinigung

Heute weiß man, dass Mundgeruch weniger aus dem Magen kommt, sondern mehr von organischen Rückständen im Gebiss oder Bakterien auf dem hinteren Teil der Zunge ausgelöst wird (Ursachen von krankhaftem Mundgeruch). Gegen sie hilft eine einfache mechanische Reinigung. Wenn Sie die Zunge einmal am Tag mit einem speziellen Zungenschaber (Zungenbürste) putzen und abschaben, verschwindet der Geruch oft. Stattdessen können Sie auch den Rand eines umgedrehten Löffels oder die Zahnbürste benutzen – viele spüren dabei jedoch einen Würgereiz, der bei den flacheren Zungenbürsten nicht auftritt.

Munddusche und -spülungen

Eine Munddusche ist eine kleine Wasserpumpe, die gelöste oder lockere Beläge und Krümel aus den Zahnzwischenräumen herausspült. Es gibt sie mit einem Wasserstrahl oder mit einer kleinen Brause. Mundduschen sind jedoch ein verzichtbares Hilfsmittel. Bei bestehenden Zahnfleischerkrankungen ist die Benutzung sogar eher schädlich, da Bakterien in die Blutbahn eingespült werden können.

Mundspülungen (Mundwasser) sind kein Ersatz für das Zähneputzen, sie helfen auch nicht bzw. nur für sehr kurze Zeit gegen Mundgeruch. Daher eignen sie sich höchstens als zusätzliches Hilfsmittel. Für den täglichen Bedarf empfehlen sich Mundspülungen mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Thymol, Menthol und Methylsalicylat. Sie eignen sich gut für den täglichen Bedarf, da sie die Keimzahl reduzieren und das natürliche Gleichgewicht der Mundflora schützen.

Antiseptische, also antibakteriell wirksame Mundspülungen (mit Chlorhexidin, z. B. Paroex®) können eine zahnärztliche Behandlung wirksam unterstützen. Spülungen mit 0,12 oder 0,2 % Chlorhexidin eignen sich jedoch nur vorübergehend zur Bekämpfung akuter Entzündungen, da sie den Geschmackssinn beeinträchtigen und bei längerfristiger Anwendung Zähne, Zunge und Schleimhaut verfärben. Spülungen mit einer Konzentration von 0,05 % Chlorhexidin gelten dagegen als zum dauerhaften Einsatz geeignet. Chlorhexidin verursacht in seltenen Fällen teils schwerwiegende allergische Reaktionen. Dies gilt für Mundspüllösungen ebenso wie für die topische Anwendung auf Haut oder Schleimhaut. Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Chlorhexidin sollten Chlorhexidin-haltige Präparate meiden und sich in der Apotheke über alternative Antiseptika beraten lassen. 

Milchgebiss und Zahnwechsel

Der Mensch bildet zwei komplette Garnituren von Zähnen aus, die aufeinanderfolgen. In den ersten 2 bis 3 Lebensjahren bildet sich ein Milchgebiss heraus, das etwa ab dem 6. Lebensjahr durch bleibende Zähne ersetzt wird.

Milchzähne

Die Anlagen für die Zähne entwickeln sich schon vor der Geburt im Mutterleib. Ab dem sechsten Monat nach der Geburt brechen die ersten Milchzähne durch, das heißt, sie erscheinen in der Mundhöhle. Bis zum 30. Lebensmonat sind in der Regel alle 20 Milchzähne durchgebrochen. Diese hat das Kind so lange, bis es mit etwa 6 Jahren die ersten bleibenden Zähne bekommt.

Auch wenn die Milchzähne noch einmal ausgetauscht werden, sollten sie gut gepflegt werden: Zum einen sind sie anfälliger für Karies, da ihr Zahnschmelz dünner als bei bleibenden Zähnen ist. Zum anderen ist die Pulpahöhle bei Milchzähnen größer, sie sind also auch empfindlicher.

Unterstützung beim Zahnen

Bei manchen Kindern verläuft das Durchbrechen der Zähne völlig problemlos, andere haben dabei Schmerzen. Eltern können den Prozess durch eine regelmäßige, sanfte Massage der Kiefer mit einer Zahnbürste unterstützen. Auch ein mit Gel gefüllter oder aus weichem Kunststoff hergestellter Beißring kann das Zahnen beschleunigen – das Kind erhält etwas Weiches, auf dem es herumkauen kann, und massiert dabei das Zahnfleisch. Bei starken Beschwerden hilft ein schmerzstillender Saft oder ein gekühlter Beißring. Das Putzen der schon vorhandenen Zähne reduziert die Gefahr von schmerzhaften Entzündungen an den Durchbruchstellen.

Komplementärmedizin: In der Homöopathie haben sich Osanit®-Kügelchen bei zahnenden Kindern bewährt. Sie werden unter die Zunge gelegt und zergehen dort langsam.

Zahnwechsel

Mit etwa 6 Jahren beginnen die Milchzähne nach und nach auszufallen und Platz für die zweiten Zähne, die bleibenden Zähne, zu schaffen. Diese sind seit der Geburt im Kiefer herangereift und erscheinen nun nach und nach. Bei diesem Vorgang wird durch den neuen Zahn die Wurzel des Milchzahns langsam aufgelöst, er fängt an zu wackeln und fällt schließlich aus. Der neue Zahn nimmt seinen Platz ein. Manchmal brechen die neuen Zähne neben den Milchzähnen durch die Mundschleimhaut – in diesem Fall muss der überflüssige Milchzahn entfernt werden.

Als Erstes kommen die unteren Schneidezähne und die so genannten 6-Jahr-Molaren. Sie sind die ersten bleibenden hinteren Backenzähne (die späteren Sechser im Erwachsenengebiss) und übernehmen eine wichtige Aufgabe: Sie stabilisieren die Zähne von Ober- und Unterkiefer zueinander und sorgen für eine gute Bisslage. Die 6-Jahr-Molaren kommen sehr oft unbemerkt hinter den Milchzähnen aus der Mundschleimhaut, da für sie keine Zähne ausfallen müssen. Weil sie so unauffällig auftauchen, verwechseln viele Eltern die 6-Jahr-Molaren mit Milchzähnen und pflegen sie weniger als andere bleibende Zähne.

Als Nächstes folgen die seitlichen Schneidezähne und die Backenzähne. Am Schluss (mit etwa 11–13 Jahren) kommen die Eckzähne und die 12-Jahr-Molaren (Siebener) als zweite Mahlzähne. Sie sind die letzten „normalen" Zähne, später kommen – wenn überhaupt – nur noch die Weisheitszähne im Alter ab etwa 17 Jahren.

Unterstützung beim Zahnwechsel

Gründliche Reinigung und vorsichtiges Wackeln unterstützen den Zahnwechsel. Bereits gelockerte Milchzähne können durch regelmäßiges, vorsichtiges Wackeln leichter entfernt werden – zum Greifen eignet sich ein trockenes Taschentuch. Gegen Entzündungen und Reizungen helfen Kamillespülungen.

Manchmal sitzt ein ausfallender Milchzahn nur noch ganz leicht im Mund fest, tut aber sehr weh. Dies liegt daran, dass er nur noch wie ein umgedrehter Becher auf dem Zahnfleisch sitzt und mit seinen scharfen Rändern scheuert. Der Übeltäter kann entweder vorsichtig selbst gezogen oder von einem Zahnarzt entfernt werden.

Professionelle Zahnreinigung und Versiegelung

Die Professionelle Zahnreinigung (PZR) ist die Reinigung aller Zahnoberflächen mit einem Pulverstrahlreiniger. Dieses Gerät sprüht ein Gemisch aus Salz und Wasser auf die Zahnoberflächen und reinigt sie so auch in den Vertiefungen gründlich. Anschließend putzt die Prophylaxeassistentin oder die Dentalhygienikerin die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide und poliert die Oberflächen. Zur Stärkung des Zahnschmelzes trägt sie fluoridiertes Gel oder Schaum auf, der die Zahnoberflächen mineralisiert.

Nach der PZR sollten Sie für etwa 1–2 Stunden nichts essen und trinken. In dieser Zeit baut sich auf den Zähnen die natürliche Schutzschicht aus dem Mundspeichel wieder auf, die beim Polieren abgetragen wurde.

Die PZR steht am Anfang jeder Parodontaltherapie, sie kann aber auch bei Menschen notwendig werden, die rauchen oder färbende Flüssigkeiten wie Kaffee, Tee oder Rotwein zu sich nehmen. Um eine Ablagerung dieser Nahrungsmittel und ihrer Farbstoffe zu vermeiden, müssten Sie nach jedem Genuss möglichst schnell die Zähne putzen, was kaum gelingt.

Eine Versiegelung (Fissurenversiegelung) schützt die Kauflächen der Zähne vor Karies. Gerade die Backenzähne und Mahlzähne haben auf ihrer Oberseite mehrere Höcker und viele kleine, zerklüftete Furchen – sie heißen fachsprachlich Fissuren –, die mit der Zahnbürste kaum zu erreichen sind.

Bei der Versiegelung wird zunächst die Zahnoberfläche gereinigt und anschließend getrocknet. Dann trägt der Zahnarzt einen sehr dünnflüssigen Kunststoff auf, der die kleinen Gräben und Furchen auffüllt. Der Kunststoff wird mit einem Haftvermittler am Zahn befestigt und mit Blaulichtlampen gehärtet (Komposit). Die Haltbarkeit einer Versiegelung beträgt 2–5 Jahre, in dieser Zeit sind die Zähne deutlich unempfindlicher gegen Karies. Versiegeln kann der Zahnarzt grundsätzlich jeden gesunden Backenzahn, auch wenn der Patient schon älter ist. Wenn die Karies noch ganz am Anfang steht, kann auch ein kariöser Zahn an der betroffenen Stelle aufgebohrt, gefüllt und anschließend versiegelt werden.

Zahnpflege bei Kindern

Die ersten Zähnchen werden noch so reichlich von Spucke umspült, dass sie eigentlich nicht extra geputzt werden müssen. Trotzdem empfehlen Zahnärzte, bereits ab dem ersten Zahn zu putzen. Spätestens beim dritten oder vierten Zähnchen „lohnt" sich der Einsatz einer kleinen Kinderzahnbürste aber wirklich. Am Anfang reicht eine halbe Minute. Es geht in dieser Zeit vor allem darum, eine Routine zu entwickeln und das lebenslange Projekt „Zähneputzen" allmählich zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Bis ins Alter von 2 Jahren kann die Putzfrequenz allmählich auf etwa zweimal eine bis eineinhalb Minuten pro Tag gesteigert werden.

Ab einem Alter von etwa 3 Jahren können Kinder selbst mit einer Zahnbürste umgehen und möchten „mithelfen". Ihnen fehlt jedoch noch die nötige Geschicklichkeit für die komplizierten Putzbewegungen. Am ehesten gelingt das noch mit einer Kinderzahnbürste mit dickem, rutschfestem Griff und einem kleinen Kopf. Trotzdem sollten die Eltern bis ins Grundschulalter regelmäßig noch einmal nachputzen, auch wenn eine elektrische Zahnbürste verwendet wird. Wenn eine Zahnreinigung einmal nicht möglich ist, hilft ein zuckerfreier Kaugummi.

Eine spezielle Reinigung der Zahnzwischenräume ist erst dann sinnvoll, wenn die manuelle Geschicklichkeit so gut ist, dass keine Verletzungen durch die Zahnseide drohen. Interdentalbürsten können schadlos angewendet werden, sobald Zahnzwischenräume vorhanden sind.

Zahnversorgung: Was zahlt die Krankenkasse?

Man unterscheidet drei verschiedene Arten der Versorgung mit unterschiedlich hohen Kosten für den Patienten:

  • Für jedes medizinische Problem gibt es eine kostengünstige Standardbehandlung, die so genannte Regelversorgung. Der Zahnarzt darf für diese Leistung nur einen Regelsatz abrechnen, der in Verhandlungen zwischen Vertretern der Zahnärzte und der Krankenkassen festgelegt wird. Bei einer Metallkrone z. B. übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen etwa die Hälfte der Kosten, den Rest muss der Patient als Eigenanteil bezahlen. Der Festzuschuss beträgt 50 % der durchschnittlichen Kosten einer solchen Behandlung, er entspricht nicht immer tatsächlich der Hälfte der Kosten. Um die Abrechnung überprüfen zu können, erhält der Patient nach der Behandlung eine Rechnung, in der die Höhe des Kassenzuschusses und der Eigenanteil ausgewiesen sind. Wer ein Bonusheft hat und über einen längeren Zeitraum regelmäßig mindestens ein Mal pro Kalenderjahr zur Routineuntersuchung geht, erhält einen höheren Festzuschuss. Die Krankenkassen übernehmen nach 5 Jahren Bonusheft ohne Unterbrechung 60 und nach 10 Jahren 65 % der Kosten für die Regelversorgung.
  • Der Patient kann zusätzlich zur Regelversorgung weitere Leistungen hinzukaufen; dann spricht man von einer gleichartigen Versorgung. Die Regelversorgung wird weiter wie eine Regelversorgung abgerechnet und von der Krankenkasse bezuschusst. Alle Zusatzleistungen rechnet der Zahnarzt jedoch nach der teureren Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab – sie müssen komplett vom Patienten bezahlt werden. Eine Krone im Seitenzahnbereich könnte sich ein Patient z. B. als Zusatzleistung zahnfarben verblenden lassen.
  • Noch teurer wird es, wenn man sich statt der Regelversorgung plus eventueller Extras für eine andersartige Versorgung, also eine grundlegend andere Behandlung, entscheidet, z. B. unsichtbare Kunststoffzahnschienen anstelle einer festen Zahnspange. Auch hier erhält der Patient den normalen Festzuschuss, die gesamte Behandlung wird allerdings nach der Gebührenordnung für Privatpatienten abgerechnet.

Zahnersatz und teurere Versorgungsarten gehen schnell ins Geld – aber immerhin können die Ausgaben als außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Daher sollten Sie alle Quittungen gut aufheben. Unter Umständen kann es sich lohnen, anstehende Behandlungen gezielt in einem Kalenderjahr durchzuführen, um in diesem Jahr eine deutlich niedrigere Einkommensstufe zu erreichen.

Seit in der Gesundheitsreform von 1989 Zuzahlungen für den zahnärztlichen Bereich eingeführt wurden, ist der Umfang der Kassenleistungen stetig gesunken – inzwischen ist es die Kasse, die nur noch eine Art Zuzahlung (den Festzuschuss) leistet. Als Patient sollten Sie gut überlegen, welche Art der Versorgung Sie wünschen und bezahlen können. In den meisten Fällen reicht die preisgünstige Regelversorgung aus. Wenn Sie sich für eine teurere Behandlung interessieren, lassen Sie sich ruhig von Ihrem Zahnarzt die verschiedenen Alternativen schriftlich zusammenstellen. Sinnvoll ist auch, vor einer definitiven Entscheidung einen zweiten Zahnarzt zu fragen. Auch Ihre Krankenkasse kann Sie beraten.

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